Diverse Künstler | News | Ein Fest der Kunst: 100 Jahre Salzburger Festspiele

Ein Fest der Kunst: 100 Jahre Salzburger Festspiele

Hofstallgasse - 100 Jahre Salzburger Festspiele
© Salzburger Festspiele/Kolarik
18.06.2020
Vor 100 Jahren wurden die Salzburger Festspiele gegründet – heute sind sie das größte und bedeutendste internationale Festival für Oper, Schauspiel und Konzert und präsentieren Jahr um Jahr einzigartige Aufführungen mit den großen Interpreten und Künstlern unserer Zeit. Bei Deutsche Grammophon erscheint zum 100. Geburtstag der Festspiele eine umfassende Jubiläumsbox, die die bewegte Geschichte des Festivals spannend aufbereitet und auf 58 CDs legendäre Aufführungen und kostbare Raritäten vereint. Die Box erscheint am 31. Juli, bereits jetzt kann sie vorbestellt werden.
Die Salzburger Festspiele sind in der vielfältigen Landschaft der Festivals ein strahlender Leuchtturm. In ihrer Vielfalt, Größe und künstlerischen Qualität gelten sie als bedeutendstes internationales Festival für Oper, Schauspiel und Konzert und bringen Jahr um Jahr Zuhörer aus aller Welt in die pulsierende Festspielstadt an der Salzach. Vor 100 Jahren gegründet, verfolgten die Festspiele von Beginn an nicht nur höchste künstlerische Ansprüche, sondern auch die Vision eines gesamteuropäischen und völkerverbindenden Projekts.

Festspielort Salzburg – Hochburg der Kultur und Geburtsort Mozarts

Dass die Festspiele gerade in Salzburg ihre Heimat fanden, kommt nicht von ungefähr, schließlich war die pittoreske und geschichtsträchtige Stadt mit den imposanten Türmen und prachtvollen Fassaden schon jahrhundertelang eine Hochburg der Kultur. Von mittelalterlichen Mysterien- und Passionsspielen über prächtige barocke Feste der höfischen Repräsentation bis zur späteren Etablierung bürgerlicher Theaterkulturen bestimmten unterschiedlichste kulturelle Ereignisse das Leben der Stadt. Am fürsterzbischöflichen Hof wurden mit großem Aufwand zahlreiche geistliche und weltliche Spiele veranstaltet und vermutlich wurde in Salzburg sogar die erste Oper nördlich der Alpen aufgeführt. Gerade der Dom, der später einmal zur Kulisse des “Jedermann” werden sollte, war dabei seit jeher ein Schauplatz für Darbietungen glanzvoller Kirchenmusik und Prozessionen. Es herrschte also eine dichte und inspirierende künstlerische Atmosphäre in der späteren Festspielstadt, in der 1756 schließlich Wolfgang Amadeus Mozart auf die Welt kam, dessen künstlerisches Erbe die Stadt bis heute prägt.

Von der Festspiel-Idee zur “Jedermann”-Premiere

Die Ursprünge der Festspiele reichen weit zurück und entwuchsen der inspirierenden Aura der Stadt. Schon früh entstand die Idee, in Salzburg regelmäßig Mozart-Musikfeste zu veranstalten. So traten die Wiener Philharmoniker schon 1877 bei einem Musikfest der Internationalen Mozart-Stiftung in Salzburg auf und sprach sich Dirigent Hans Richter bereits 1887 für jährlich stattfindende Mozart-Festspiele nach Bayreuther Vorbild aus. 1917 wurde auf Initiative von Friedrich Gehmacher und Heinrich Damisch in Wien der Verein Salzburger Festspielhaus-Gemeinde gegründet, um die Mittel für den Bau eines Festspielhauses aufzubringen. Auch weitere renommierte Künstler waren von der Festspiel-Idee überzeugt, darunter der Dichter Hermann Bahr und federführend der Schauspieler Max Reinhardt, der 1917 in Wien eine entsprechende Denkschrift zur Errichtung eines Festspielhauses in Hellbrunn vorlegte und die Opern und das Schauspiel in seinem Manifest als wesentliche und tragende Säulen der Festspiele definierte, wobei “von beiden das Höchste” zu bieten sei. Auch der Komponist Richard Strauss zählte zu den Gründervätern der Festspiele, der an ein gemeinschaftliches europäisches Kulturerbe glaubte. Kein Geringerer als Hugo von Hofmannsthal publizierte 1919 schließlich einen Entwurf für ein Programm der Salzburger Festspiele. Das offizielle Gründungsdatum der Festspiele wurde dann der 22. August 1920, an dem der “Jedermann” von Hugo von Hofmannsthal in Regie von Max Reinhardt auf dem Salzburger Domplatz seine Premiere feierte. Auf die Initiative des Wiener Dirigenten, Komponisten und Musikwissenschaftlers Bernhard Paumgartner hin fanden 1921 neben dem “Jedermann” erstmals auch Konzerte statt – eine Weitung, die bis heute beibehalten wurde.

Lebendige “Weltattraktion” und Plattform für Spitzenkultur – Jubiläumsbox dokumentiert 100 Jahre bewegte Festspielgeschichte

“Musikalisch theatralische Festspiele in Salzburg zu veranstalten, das heißt: uralt Lebendiges aufs Neue lebendig machen; es heißt: an uralter sinnfällig auserlesener Stätte aufs Neue tun, was dort allezeit getan wurde”, so brachte Hugo von Hofmannsthal die Idee der Festspiele 1921 auf den Punkt und es gelang in den folgenden Jahren erstaunlich schnell, die derart angelegten Salzburger Festspiele in der europäischen Kulturlandschaft zu etablieren und mit ihnen eine Plattform zu schaffen für künstlerische Darbietungen auf höchstem Niveau. So schrieb Stefan Zweig 1944 in “Die Welt von Gestern”: “Mit einem Mal wurden die Salzburger Festspiele eine Weltattraktion, gleichsam die neuzeitlichen Olympischen Spiele der Kunst, bei denen alle Nationen wetteiferten, ihre besten Leistungen zur Schau zu stellen”.
Bei Deutsche Grammophon erscheint am 31. Juli eine umfangreiche Jubiläumsbox, die verschiedenste dieser künstlerischen Glanzleistungen aus etlichen Jahrzehnten Festspiel-Geschichte in sich vereint und ein intensives Porträt der Salzburger Festspiele zeichnet. Auf insgesamt 58 CDs finden sich unvergessliche Aufnahmen von 1947 bis 2016, darunter etliche Raritäten, mit den größten Dirigenten, Sängern und Solisten der jeweiligen Zeit. Zudem wird die bewegte Geschichte des größten Festivals der klassischen Musik anhand von zahlreichen Dokumenten eindrucksvoll nacherzählt und in einem 164-seitigen Booklet mit Essays von Karajan-Experte Richard Osborne und der Salzburger Dramaturgin Margarete Lasinger spannend aufbereitet.
Bereits jetzt ist eine Vorbestellung dieser reich bestückten Jubiläumsbox möglich, bei der es bis Ende Juni noch ein besonderes Extra dazu gibt: exklusive Inhalte zu den Festspielen, die das Herbert von Karajan Institut aus seinen Archiven bereitstellt. Details finden sich auf der Seite im Deutsche Grammophon Store.