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Labèque-Schwestern faszinieren mit Philip Glass' Oper “Les Enfants Terribles” für Klavier

Katia und Marielle Labèque
© Umberto Nicoletti
21.10.2020
Manchmal kann man verwandschaftliche Verbundenheit tatsächlich hören. Die Katia und Marielle Labèque sind ein solcher Fall und faszinieren als eingespieltes und energetisches Klavierduo, das mit Leidenschaft neue musikalische Wege auslotet. Nun erscheint ein neues Album der beiden Interpretinnen bei Deutsche Grammophon, das unter dem Titel “Les Enfants Terribles” verschiedene Werke von Philip Glass präsentiert und am 23. Oktober veröffentlicht wird.

Fruchtbare Partnerschaft: Philip Glass und die Labèque-Schwestern

Philip Glass und die Labèque-Schwestern verbindet bereits seit etlichen Jahren eine enge künstlerische Beziehung. So widmete der Tonschöpfer dem Duo 2015 sein Doppelkonzert für zwei Klaviere, das die beiden unter anderem am 28. Januar 2017 zur Feier von Glass' 80. Geburtstag in der Barbican Hall in London mit dem BBC Orchestra unter der Leitung von Marin Alsop aufgeführt haben. Philip Glass schätzt die Musikerinnen als ausdrucksstarke Interpretinnen seiner Werke. So sagt der Komponist: “Die Labèque-Schwestern sind großartig. Sie sind großartige Darstellerinnen und großartige Interpreten. Und sie sind wunderbare Unterstützerinnen der Musik – nicht nur der modernen Musik, sondern einfach der Musik. Es war großartig, mit ihnen zu arbeiten.”

Eine Oper und zwei Etüden – Ein außergewöhnliches Programm

Das Album “Les Enfants Terribles” präsentiert zwei ganz unterschiedliche Werke des Komponisten Philip Glass, die die verschiedenen Facetten seines Schaffens exemplarisch aufzeigen. Im Zentrum steht die Oper “Les Enfants Terribles”, die Glass bereits 1996 für ein Ensemble von Tänzern und Sängern geschrieben und die sein enger Vertrauter und Arrangeur Michael Riesman im April 2020 nun extra für Katia und Marielle Labèque als Suite für zwei Klaviere arrangiert hat. Basierend auf dem Roman von Jean Cocteau, erzählt “Les Enfants Terribles” die Geschichte von Paul und Elisabeth, zwei Figuren, die so sehr in einer Welt ihrer eigenen Vorstellungskraft gefangen sind, dass sie eine Realität jenseits ihres “Spiels” nicht mehr sehen können. Die Musik selbst wird dabei zum eindrücklichen Sinnbild für die Kraft der Vorstellungskraft und Kreativität. Neben der Oper erklingen zudem die Etüden Nr. 17 und 20 von Philip Glass, die das intensive Album mit meditativer Aura und konzentrierter Tonsprache beschließen.

Virtuos, brillant und hingebungsvoll – Die Kunst der Labèque-Schwestern

Die beiden Pianistinnen Katia und Marielle Labèque faszinieren auf dem neuen Album erneut als hoch energetisches und fein aufeinander abgestimmtes Duo, das die ganz unterschiedlichen Werke von Philip Glass mit brillanter Virtuosität und hingebungsvoller Emotionalität zum Leben erweckt. Dabei liegt ein besonderer Reiz des Albums in der ungewöhnlichen Programmzusammenstellung. Während die für Klavierduo arrangierte Oper mit originellen Motiven und temperamentvollen Passagen in den Bann zieht und mit kontrastreicher Dramaturgie überzeugt, offenbaren die beiden Etüden eine ganz andere Facette der Musik von Philip Glass und werden von den Labèque-Schwestern als verinnerlichte und klangsinnlich kreisende Stücke ausgedeutet. Hochpräzise, fein artikuliert und hingebungsvoll in der Ausgestaltung der einzelnen Phrasen und emotionalen Wendungen, unterstreichen die Künstlerinnen in ihrem Spiel einmal mehr ihren Ruf als eines der renommiertesten Klavierduos der Gegenwart.