Seong-Jin Cho | Biografie

Biografie

Seong-Jin Cho
© Harald Hoffmann / DG
Aufgrund der Covid−19-Pandemie können wir momentan keine zuverlässigen Aussagen bezüglich der jetzigen und kommenden Spielzeit machen.
»… die Finesse seines pianistischen Könnens, das ich in seinem Debussy-Recital so bewundert habe, zeigt sich auch hier im Überfluss. Unter seinen Fingern sind selbst die weniger pianistischen Momente der Wanderer-Fantasie wie geschliffen, jeden Höhepunkt versteht er schön zu lenken. Die Erhabenheit des Werks ist von Beginn an offenkundig … im fugierten Finale verbindet Cho Kraft und Sensibilität und unterstreicht die symphonische Majestät des Stücks.«
Gramophone, Rezension von The Wanderer
Es ist die Verbindung von gedanklicher Tiefe und Ausdruck, durch die Seong-Jin Cho sein Publikum berührt. Die musikalische Reife und die künstlerischen Fähigkeiten des preisgekrönten Pianisten sicherten ihm breite Zustimmung des Publikums und der Kritik. Das Wall Street Journal feierte ihn als »Meister der virtuosen Miniatur«, aber er erhielt ebenso viel Beifall für seine ausdrucksvollen Interpretationen von Konzerten und großen Solowerken verschiedenster Komponisten von Mozart bis Schostakowitsch.
Der südkoreanische Pianist wurde schlagartig weltberühmt, als er im Oktober 2015 den ersten Preis beim 17. Internationalen Chopin-Wettbewerb gewann. Als Deutsche Grammophon sofort Mitschnitte von Chos Wettbewerbsaufführungen herausbrachte, sprang das reine Chopin-Album allein durch seine Vorbestellungen auf Platz 1 der südkoreanischen Pop-Charts. Es schaffte innerhalb einer Woche nach Erscheinen im November 2015 in Südkorea Verkaufszahlen von Dreifach-Platin und hatte schon bald eine weltweite Fangemeinde. Im Januar 2016 unterzeichnete Cho einen Exklusivvertrag mit Deutsche Grammophon.
Sein erstes Studio-Album für das gelbe Label, das im November 2016 erschien, bot noch mehr Chopin – die vier Balladen und das Klavierkonzert Nr. 1 in e-Moll, aufgenommen mit dem London Symphony Orchestra und Gianandrea Noseda. Chos nächstes Album mit einem reinen Debussy-Programm erschien im November 2017 anlässlich des 100. Geburtstags des Komponisten im Jahr 2018. Er spielte neben den beiden Serien von Images auch L’Isle joyeuse, Suite bergamasque und Children’s Corner. Die Kritiker waren begeistert, der Telegraph beispielsweise rühmte den Pianisten für die Wiedergabe »der für Debussy charakteristischen Kombination von Erhabenheit, quecksilbriger Leichtigkeit und plötzlicher Leidenschaft«.
Ein Jahr später folgte Chos Mozart-Album mit den Sonaten KV 281 und KV 332 sowie dem Konzert Nr. 20 in d-Moll KV 466 mit Yannick Nézet-Séguin und dem Chamber Orchestra of Europe. Im Mai 2020 erschien The Wanderer, für das Limelight Magazine »ein funkelndes Showreel von Chos Talenten«. Das Album beginnt mit Schuberts gewaltiger »Wanderer-Fantasie« D 760 und schließt mit Liszts legendärer Sonate in h-Moll, einem Werk, dessen Dimension und Komplexität den Einfluss der »Wanderer-Fantasie« erkennen lassen. Dazwischen steht Bergs Klaviersonate op. 1, die ihrerseits Liszt verpflichtet ist.
Auf seinem jüngsten Album ist Seong-Jin Cho gemeinsam mit Matthias Goerne zu hören, einem der renommiertesten Liedsänger der Welt. Auf Im Abendrot, das am 16. April 2021 veröffentlicht wird, präsentieren sie spätromantische Werke von Wagner, Pfitzner und Richard Strauss.
1994 in Seoul geboren, begann Seong-Jin Cho mit sechs Jahren Klavier zu spielen, und mit 11 Jahren trat er erstmals öffentlich auf. Im September 2008 gewann er in Moskau den 6. Internationalen Chopin-Wettbewerb für Nachwuchspianisten und im Jahr darauf den Internationalen Hamamatsu-Klavierwettbewerb in Japan. Nachdem er 2012 nach Paris gezogen war, um am dortigen Conservatoire bei Michel Béroff zu studieren, hat er jetzt seinen Wohnsitz in Berlin.
Den Weg zu seinem Sieg beim ruhmreichen Internationalen Chopin-Wettbewerb ebneten jeweils dritte Preise beim Tschaikowsky-Wettbewerb 2011 in Moskau und beim Arthur Rubinstein International Piano Master Competition 2014 sowie Konzertauftritte mit führenden Dirigenten und Orchestern. Cho arbeitet seitdem regelmäßig mit bedeutenden Musikern wie Vladimir Ashkenazy, Myung-Whun Chung, Gustavo Dudamel, Valery Gergiev, Vasily Petrenko, Mikhail Pletnev, Esa-Pekka Salonen und Yuri Temirkanov sowie internationalen Spitzenorchestern wie den Berliner Philharmonikern, dem Los Angeles Philharmonic, Concertgebouworkest, Mariinski-Orchester, NHK Symphony Orchestra, Orchestre de Paris, Philharmonia Orchestra und Royal Liverpool Philharmonic Orchestra.
Zu den bisherigen Höhepunkten der Saison 2020–21 gehören Chos Debüt bei den Münchner Philharmonikern, mit denen er Mozarts Klavierkonzert Nr. 20 KV 466 unter Gergiev in München und Hamburg spielte; eine Recital-Tour durch Südkorea; und am 27. Januar die Uraufführung eines erst kürzlich wiederentdeckten Mozart-Stückes – Cho spielte das Allegro in D-Dur KV 626b/16 im Großen Saal des Salzburger Mozarteums, Deutsche Grammophon veröffentlichte es 2 Tage später als e-single. Geplant sind Aufführungen von Liszts Klavierkonzert Nr. 2 mit Gergiev und den Münchner Philharmonikern und Recitals mit dem Repertoire von Im Abendrot gemeinsam mit Matthias Goerne in Seoul und Tokio (April) sowie Konzerte mit Werken von Ravel und Liszt mit dem Budapest Festival Orchestra und Iván Fischer in Budapest, Paris, Brügge, Prag und Frankfurt (Mai).
3/2021
Folge der Deutschen Grammophon