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Meisterhafte Miniaturen – Das Solo-Debütalbum von Sergei Babayan

Sergei Babayan
© Marco Borggreve
05.08.2020
Sergei Babayan hat sich im Laufe seiner Karriere mit dem Werk verschiedenster Komponisten beschäftigt. Mit keinem aber verbindet ihn eine derart innige und besondere Beziehung wie mit jenem Sergei Rachmaninoffs. “Die Palette der Emotionen ist unendlich breit und farbenreich”, so der Pianist über Rachmaninoffs Tonsprache, und so kommt es nicht von ungefähr, dass der Künstler für sein Solo-Debütalbum bei Deutsche Grammophon ausschließlich Werke des russischen Tonschöpfers ausgewählt hat. Das facettenreiche Album erscheint sowohl physisch als auch digital am 7. August.

Vielfältiges Programm reicht von ausgewählten Préludes, Études-Tableaux und Moment Musicaux bis hin zu Transkriptionen

Für Babayan stand von Beginn an fest, dass er sein Debütalbum ganz seinem Lieblingskomponisten Sergei Rachmaninoff widmen würde. Dabei war es ihm ein besonderes Anliegen, keine in sich geschlossenen Werkzyklen einzuspielen, sondern stattdessen eine ganz eigene Geschichte zu erzählen. Entsprechend hat der Pianist für das Album eine Vielzahl der pianistischen Miniaturen zusammengestellt, die ihn seit vielen Jahren begleiten und inspirieren. Darunter finden sich ausgewählte Stücke aus den 10 Préludes op.23 und den 13 Préludes op.32, die für Babayan eindrucksvolle Beispiele “absoluter Musik” darstellen, die scheinbar wie aus dem Moment heraus entstehen und gleichzeitig eine “brillante innere Struktur” aufweisen. Ergänzt werden sie durch ausgewählte Études-Tableaux Op.33 und Op.39 – Stücken gleich “Gedichten voller Poesie”, wie Babayan sagt, sowie einige Moments Musicaux Op.16 und verschiedene Transkriptionen, etwa des dritten Satzes der Cello-Sonate Op.19 und einzelne Lieder wie “Lilacs” oder “Melody” aus dem Zyklus der “12 Songs” von Rachmaninoff. Das Ergebnis ist ein ebenso intimes und wie unmittelbar berührendes Programm, bei dem die Einzelwerke eindrucksvoll ineinander übergehen. Dies war auch Babayans Ziel: “Durch die Kombination der verschiedenen Stücke entsteht eine ganz eigene Geschichte”, so der Interpret. “Ein Stück geht in das andere über, eine Stimmung fließt in die nächste…” Die Werke selbst spiegeln dabei aus Sicht des Künstlers sowohl die “tief russische Seele” Rachmaninoffs wieder als auch dessen Verwurzelung in der russisch-orthodoxen Tradition, angereichert durch den unverkennbaren Einfluss der Gipsy-Kultur. “All diese Facetten machen Rachmaninoffs Tonsprache so einzigartig”, sagt Babayan.

Geschichtenerzähler und Klangmeißler: der Pianist Sergei Babayan

Sergei Babayan zählt zu den renommiertesten Pianisten der Gegenwart, der seine Programme über viele Jahre hinweg mit perfektionistischem Anspruch erarbeitet. “Ein kleines Detail, ein anders gestalteter Takt verändert das gesamte Stück”, ist Babayan überzeugt, und dieses Feilen an den Nuancen spiegelt sich auch auf dem Album wieder. Dabei zeigt sich der Musiker als feinsinniger Klangarbeiter und Geschichtenerzähler an den Tasten, der den sprechenden Klang zelebriert und mit großer Ausdruckstiefe und Sensibilität ganz unterschiedliche Facetten der Werke Rachmaninoffs zum Leuchten bringt. Die außergewöhnlich direkte und intensive Wirkung der Interpretation liegt auch an der besonderen Studio-Situation: So entstanden die Aufnahmen in nur wenigen Takes, was einmal mehr die große Reife des Interpreten offenbart.

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