John Eliot Gardiner | News | Ohne viel Federlesens

Ohne viel Federlesens

25.07.2001
Sir John Eliot Gardiner ist ein fleißiger Dirigent. Nicht nur tourt er seit einem Jahr mit Bachs Kantatenwerk durch die europäischen Lande, er veröffentlicht jetzt auch noch Musik von den zwei wichtigsten Zeitgenossen des Johann Sebastian: Antonio Vivaldi und Georg Friedrich Händel.
Sie sind sich alle drei nie begegnet, aber natürlich kannte jeder die Musik des anderen. Typisch für Vivaldi, weiß man viel über die Beliebtheit seines “Glorias”, um so weniger über dessen Entstehung. Allerdings weist die Besetzung mit zwei Sopran- und einer Altsolostimme darauf hin, dass er es für das Ospedale della Pietá komponierte, also wahrscheinlich in den ersten Jahren des 18. Jahrhunderts. Zeitgleich, nämlich vor 1707, und ebenfalls in Italien entstand Händels “Dixit Dominus”. Der knapp Zwanzigjährige verbrachte seinen ersten Auslandsaufenthalt in Rom und machte sofort alles richtig: Umgänglich, verbindlich und bereits mit dem Ruf versehen, einer der besten Musiker Europas zu sein, riss sich der römische Adel um ihn. Der fleißige Gardiner präsentiert die zwei erstaunlich reifen Jugendkompositionen als farbenfrohe, federnd-leichte Festmusik.
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