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Deutsche Grammophon veröffentlicht erstmals eine EP von Snorri Hallgrímsson – Longer shadows, softer stones

Snorri Hallgrímson EP
05.07.2024

Deutsche Grammophon veröffentlicht Longer shadows, softer stones, die erste DG-EP von Snorri Hallgrímsson. Schon mehrfach hat der isländische Komponist, Produzent und Multiinstrumentalist in den vergangenen Jahren mit dem Gelblabel zusammengearbeitet. Er schuf fantasievolle Bearbeitungen und Neuinterpretationen – 2021 von »Idylle« aus Erik Saties Avant-dernières pensées, 2023 von Víkingur Ólafssons Lesart von »Vogel als Prophet« aus Robert Schumanns Waldszenen (»The Plover and the Raven«) und in diesem Jahr von Lili Boulangers D’un vieux jardin.

Jetzt hat er sechs Stücke komponiert und produziert, in denen sich Hoffnung durchs Schöpferische Bahn bricht in Zeiten scheinbarer Ausweglosigkeit. »Je älter ich werde und je mehr ich lerne, desto mehr begreife ich dieses starke Gefühl der Desillusionierung, das ich schon immer empfunden habe«, sagt Hallgrímsson. »Wir assoziieren mit melancholischer Musik oft Depression, aber für mich ist Depression etwas, was entsteht, wenn wir in die Spirale der Realitätsflucht geraten, um unser Unbehagen auszublenden. Ich bin am glücklichsten, wenn ich die Desillusionierung aushalte, lebe, atme, um sie als Motor meiner Kreativität nutzen zu können.« Hallgrímsson ist hier als Sänger in »Three Week Cloud«, als Pianist und als Sounddesigner elektronischer Klänge zu erleben. Begleitet wird er von Streichern des Reykjavík Orchestra unter der Leitung von Viktor Orri Árnason.

Longer shadows, softer stones erscheint digital und auf Vinyl am 4. Oktober 2024. Drei Tracks kommen vorab heraus: »With Love, Despite the Pain« im Juli, »Hinum megin« (dt.: Auf der anderen Seite) im August und »And I Alone« im September.

Snorri Hallgrímsson wuchs in einer musikalischen Familie auf, sang in mehreren Chören und erhielt eine Ausbildung zum klassischen Gitarristen. Als er als Teenager auf Filmmusik aufmerksam wurde, begann er, eigene Stücke zu schreiben. Er studierte später Komposition an der Iceland Academy of the Arts sowie am Berklee College of Music und arbeitete danach eng mit Ólafur Arnalds zusammen an Projekten wie The Chopin Project (mit Alice Sara Ott) und der preisgekrönten Filmmusik für die Fernsehserie Broadchurch. Hallgrímsson veröffentlichte 2018 mit Orbit sein erstes Soloalbum (»ein fantastisches Debüt«, Spellbinding Music).

»Orbit ist so makellos wie kaum etwas, das mir in diesem Jahr untergekommen ist.
Musikalisch ist es atemberaubend. Thematisch ist es dramatisch,
ohne melodramatisch zu sein. Auf der Gefühlsebene ist es traurig, aber niemals rührselig.
Solche Platten bleiben einem im Gedächtnis.«
Exclaim!

Es folgten weitere Soloprojekte – die EPs Landbrot I und Landbrot II sowie das Album I Am Weary, Don’t Let Me Rest (»Musikstücke am Rand der Perfektion«, Gezeitenstrom Musikmagazin), das bei den Icelandic Music Awards 2024 als Produktion des Jahres ausgezeichnet wurde. Hallgrímsson hat auch Kammermusik- und Chorwerke komponiert, und zu seiner wachsenden Liste von Soundtracks gehören Chasing The Present, Jaula/The Chalk Line und Innocence. Seine Musik ist darüber hinaus in Paolo Sorrentinos neuestem Film Parthenope zu hören, der bei den diesjährigen Filmfestspielen in Cannes uraufgeführt wurde.

»Seine Musik prägt die richtige Dosis isländischer Melancholie,
durchzogen von elektronischen Unterströmungen«
5 Finger Review

Hallgrímssons bezeichnend atmosphärische EP beginnt mit »Three Week Cloud«, das 2022 während eines kurzen Aufenthalts in Nantes entstand. »Ich hatte die Gelegenheit und auch den Rückhalt, mich auf mein eigenes Schaffen zu konzentrieren und den Moment zu genießen«, sagt er. »Es war, als würde ich auf einer Wolke schweben. [Hier] werde ich selbst zur Wolke und lade Sie ein, sich fallen zu lassen, während ich Sie durch die Stücke der EP trage.«

Das gelingt Hallgrímsson mit einer Klangwelt von stiller Schönheit, in der unverwechselbare Klaviermelodien, teils unterfangen von sich wandelnden Streicherarrangements und sanften an- und abschwellenden Electronica, uns weiterleiten auf einem gewundenen musikalischen Pfad.

In »With Love, Despite the Pain« und »And I Alone« spricht Hallgrímsson das Gefühl der Isolation an, das uns überkommen kann, wenn wir die Nachrichten der Welt verfolgen. »Ich habe Hoffnung trotz all der Schrecken«, sagt er. Wie schon in I Am Weary, Don’t Let Me Rest bezieht er sich auf Dantes Inferno und erinnert daran, dass der Dichter Mut schöpfte, indem er sich von Virgil leiten ließ, und dass auch »wir Mut schöpfen und uns gegenseitig folgen können«.

Als Nächstes kommt »ein musikalischer Doppelakt, wobei ›Móanóra‹ als das ruhige Aufatmen gedacht ist, das man nach dem chaotischeren ›Sumrar‹ braucht«. Auf Isländisch bedeutet sumrar »Sommer werden« (»Mir gefällt es sehr, dass wir in meiner Sprache Verben für den Lauf der Jahreszeiten haben, so wird eher eine kontinuierliche Bewegung benannt als ein statischer Zustand«), während móanóra der Name für Sabulina stricta ist, eine Pflanze, die vor allem im Hochland vorkommt (»eine Erinnerung daran, dass schöne, zerbrechliche Kreaturen auch in der rauesten Umgebung überleben können«).

»Hinum megin« ist inspiriert von Ingibjörg Haraldsdóttirs Kurzgedicht Svar (Antwort), und auch der Titel der EP stammt daher. »Wenn diese EP ein Thema hätte, wäre es eine Reise«, sagt Hallgrímsson. »Dieses schöne Gedicht lädt uns ein, uns vorzustellen, wie es wohl am Ende der längsten Reise von allen ist.«

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