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Andrè Schuen
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Zeitloser Klassiker neu durchlebt – "Die schöne Müllerin" mit Andrè Schuen

Andrè Schuen, Daniel Heide
© Christoph Köstlin / DG
03.03.2021

Mit Andrè Schuen hat Deutsche Grammophon im August des vergangenen Jahres einen herausragenden jungen Künstler unter Vertrag genommen, der mit seinem dunklen Timbre, seiner ausgefeilten Interpretationskunst und Bühnenpräsenz in den Bann zieht. Nun legt der Sänger sein erstes Album beim gelben Label vor: Eine außergewöhnlich farbenreiche Interpretation des Klassikers “Die schöne Müllerin von Franz Schubert, den Schuen zusammen mit dem Pianisten Daniel Heide aufgenommen hat. Das Album erscheint am 5. März.

“Die schöne Müllerin” – Ein Meisterwerk von zeitloser Größe und Vielgestaltigkeit

Für Andrè Schuen lag es auf der Hand, dass “Die schöne Müllerin” am Anfang seiner Alben bei Deutsche Grammophon stehen sollte. So sagt der Künstler: “Ich wollte mit der Aufnahme von ‘Die schöne Müllerin’ nicht zu lange warten, weil Stimmen mit dem Alter gemeinhin dunkler und schwerer werden”. Als relativ junger Sänger könne er jetzt noch “viele helle Farben in die Musik bringen. Denn ohne sie ergibt die ‘Müllerin’ für mich keinen Sinn”, so der Bariton. Fast zweihundert Jahre ist es her, dass Franz Schubert 1823 den Liederzyklus “Die schöne Müllerin” (op. 25, D 795) für Singstimme und Klavier komponiert hat. Die textliche Basis war die Gedichtsammlung “Die schöne Müllerin” von Wilhelm Müller, aus der Schubert 25 Gedichte ausgewählt und vertont hat. Der Inhalt der Gedichte ist überaus romantisch: Ein junger Müllergeselle folgt auf der Wanderschaft dem Laufe eines Bachs und gelangt schließlich zu einer Mühle. Dort verliebt sich der Müller in die Tochter seines neuen Meisters, doch die Liebe bleibt letztlich unerwidert und der Geselle ertränkt sich aus Verzweiflung im Bach. Entsprechend der dramatischen inneren Entwicklung finden sich unterschiedlichste Stimmungen in dem anspruchsvollen Zyklus und fächert Schubert in seiner Musik ein ungemein weites emotionales Spektrum auf. Von den fröhlichen, lebensbejahenden Stücken zu Beginn, erzählend von jugendlicher Neugierde und zarter Hoffnung, bis hin zur tiefen Verzweiflung und Gram am Schluss, die ihre Erfüllung nur noch im Tod finden kann, verlangt dieses poetische Werk vom Interpreten eine Fülle an stimmlichen Nuancen und musikalischen Deutungen.

Andrè Schuen und Daniel Heide – Versiertes und facettenreiches Duo

Andrè Schuen und Daniel Heide gelingt die Darstellung der vielen unterschiedlichen Facetten, Gefühlszustände und Klangbilder auf ihrem neuen Album mit unmittelbarer Kraft und Spannung. Bereits über zehn Jahre arbeiten Heide und Schuen eng zusammen und entsprechend intuitiv und aufeinander eingespielt erklingt ihre Interpretation von “Die schöne Müllerin”. Ganz gleich, welchem Werk sich das Duo widmet: Immer stehe zu Beginn die intensive Auseinandersetzung mit dem jeweiligen Stück, die Beschäftigung mit verschiedensten Interpretationen und ein lebhafter Diskurs darüber, so berichten Schuen und Heide. Diese akribische Vorbereitung bietet schließlich die Basis für eine umso freiere und natürlichere Aufführung des Liederzyklus. Davon zeugt auch das neue Album. Hochsensibel und kraftvoll zugleich durchdringen die beiden Musiker das Schlüsselwerk Schuberts und bringen dabei eine ungemeine Vielfalt an Klangfarben zum Vorschein. Dabei überzeugt Schuen mit üppig strömender Baritonstimme und fließenden Übergängen zwischen den Registern, während Heide am Klavier konzentriert und transparent reagiert, kommentiert und reflektiert. So wird “Die schöne Müllerin” als packender Dialog erfahrbar, dessen Inhalt tief berührt.

Schubert: Die schöne Müllerin, Op. 25, D. 795
SCHUBERT Die schöne Müllerin / Andrè Schuen
5. März 2021

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