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Concerto Köln
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Biografie Concerto Köln

Das Concerto Köln wurde 1985 als Orchester mit historischen Instrumenten gegründet, um ein Forum zu haben, die wachsenden, von der Musikwissenschaft erforschten Erkenntnisse der historischen Aufführungspraxis auf der Bühne umzusetzen. Die künstlerische Leitung übernahm der Kölner Geiger Werner Ehrhardt, ein Schüler von Franzjosef Maier an der Hochschule Köln. Nach den ersten Versuchen auf regionaler und nationaler Ebene, kamen bereits 1986 erste Tourneen ins Ausland zustande, die das Ensemble nach Griechenland, Frankreich und Algerien führten. Im folgenden Jahr war das Concerto Köln bei den Schwetzinger Festspielen, den Berliner Bach-Tagen und dem Printemps des Arts de Monte Carlo zu Gast. Aus der studentischen Initiative war nun endgültig ein ernst zu nehmendes Orchester geworden, das sich auch mit ersten Rundfunk- und Fernseh-Aufnahmen bewährte. Ebenfalls 1987 kam es außerdem zur ersten Zusammenarbeit mit René Jacobs für Glucks “Echo et Narcisse”. Durch diese Kooperation fand das Concerto Köln den Weg in die Opernwelt. Gemeinsam mit Jacobs tritt es seitdem auch als Opernorchester in Erscheinung etwa durch Produktionen an der Berliner Staatsoper “Unter den Linden”, in Paris und in Aix-en-Provence.

1988 kam es zu ersten Auftritten bei renommierten Festivals der Sparte wie den Internationalen Festtagen Alte Musik Stuttgart. Das Concerto Köln tourte außerdem durch Polen, Frankreich und arbeiteten mit Philippe Herreweghe zusammen. Mit ihm und der Chapelle Royale gastierte es in Paris. 1989 wurde das Orchester zu Konzerten bei den Londoner Proms in der Royal Albert Hall sowie im Amsterdamer Concertgebouw eingeladen. Der Bekanntheitsgrad war bereits soweit gestiegen, dass es von da an regelmäßig in großen europäischen Konzerthäusern und bei internationalen Festspielen unter anderem in Salzburg, Luzern, Schleswig-Holstein, Berlin, Montreux und Aix-en-Provence zu hören war. 1991 kooperierten sie erneut mit René Jacobs und verwirklichten gemeinsam Aufführungen von Mozarts “La finta semplice” bei den Innsbrucker Festwochen der Alten Musik und in Versailles sowie eine Neueinspielung von “Giulio Cesare”, die von der Fachpresse ausführlich gelobt wurde. Anlässlich des 250. Jahrestags der Eröffnung der Berliner Staatsoper Unter den Linden gastierte das Orchester unter René Jacobs dort mit der Oper “Cleopatra e Cesare” von Carl Heinrich Graun. Außerdem initiierte es in Zusammenarbeit mit dem DeutschlandRadio die Festtage Alte Musik Köln. Diese alljährlich stattfindende Veranstaltungsreihe entwickelte sich schnell zur Plattform für die Präsentation der neuesten musikalischen Entdeckungen des Orchesters. Zu den Themen der folgenden Jahre gehörten “Luigi Boccherini und die spanische Klassik”, die Werke der Komponisten Gaetano Brunetti, Pietro Antonio Locatelli, Antonio Rosetti, Johann Baptist Vanhal, Evaristo Felice Dall’Abaco wie auch der Anton Eberl gewidmete Schwerpunkt “Aufbruch in die Romantik”.

Im Jubiläumsjahr 1995 erhielt das Concerto Köln den Kritikerpreis des Verbandes der deutschen Schallplattenkritik. In der Begründung konnte man unter anderem lesen, dass das Ensemble sich “eigenwillig, strahlend, leidenschaftlich, und vor allem liebenswert spontan” den ihm gestellten Aufgaben widme. Die folgenden Jahre waren bestimmt von vielfältigen Aktivitäten wie dem Eröffnungskonzert der Dresdner Musikfestspiele in der Semperoper (1996), der Arbeit als Orchestra-in-Residence bei den Innsbrucker Festwochen der Alten Musik (1997), Aufführungen von Hasses “Solimano” und Gassmanns “L’opera seria” und 1998 neben einer Europatournee mit “Giulio Cesare” unter der Leitung von René Jacobs, von Auftritten im Amsterdamer Concertgebouw, in Lyon, Paris, Salzburg, Hamburg (NDR), Frankfurt und München sowie in Montreal und New York beim “Mostly Mozart Festival” im Lincoln Center.

Anno 2001 wiederum folgten Konzertreisen mit Andreas Scholl und Barbara Hendricks. Das Concerto Köln gründete das alle zwei Jahre stattfindende Kempen Musik Festival, das die Begegnung und dem Dialog zwischen Alter Musik und anderen musikalischen Genres fördern soll. Als gutes Beispiel ging das Ensemble mit dem Projekt von “Dream of the Orient” mit Werken von Mozart, Gluck, Kraus, Süssmayr und türkischen Komponisten, das es gemeinsam mit dem mit dem Ensemble Sarband entwickelt hatte und 2002 zunächst in Utrecht, Berlin, Brüssel und Luzern sowie auf einer Tournee durch die Türkei zur Aufführung brachte. Im selben Jahr unterschrieb Concerto Köln einen Fünfjahres-Exklusivvertrag mit der Deutsche Grammophon, die “Dream of the Orient” im folgenden Jahr veröffentlichte. Dieses Konzept kulturübergreifender Musikprogramme erwies sich als außerordentlich reizvoll und veranlasste Concerto Köln und Saraband es mit “The Waltz – Ecstasy and Mysticism” (2005) weiter auszubauen. Außerdem wurde das Projekt von Valencia bis Istanbul zu zahlreichen Konzerten eingeladen. Darüber hinaus kooperierten Concerto Köln mit dem Pianisten Andreas Staier (2004) und wurden neben zahlreichen Opern- und Vokalprojekten auch zu einem Gastspiel mit der Experimentalgruppe Bang On A Can in Brooklyn (2004) eingeladen.
6/2005

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