Ein lebendiger Dialog: Daniel Hope erkundet 150 Jahre ukrainischer Musik auf Born in Ukraine - Daniel Hope | Deutsche Grammophon

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Ein lebendiger Dialog: Daniel Hope erkundet 150 Jahre ukrainischer Musik auf Born in Ukraine

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02.10.2026

Daniel Hope zeichnet 150 Jahre ukrainischer Musik nach –
von Lyssenko, Bortkiewicz, Leontowytsch, Stepowyj und Ljatoschynskyj
bis hin zu Valentin Silvestrov, Alexey Shor und Vitalii Kyianytsia

Das Album enthält zwei Weltersteinspielungen – Shors Footprints in the Sand
und Kyianytsias Adagio aus dem Ballett The Perfect Scent

Begleitet wird Hope von drei jungen ukrainischen Pianist:innen:
Roman Fediurko, Vitalii Kyianytsia und Alina Pronina

Born in Ukraine – 150 Years of Ukrainian Music
erscheint am 6.
November 2026 digital und auf CD bei Deutsche Grammophon

Mit Born in Ukraine widmet sich Daniel Hope erneut intensiv der Musik und Musikkultur der Ukraine. Zu hören sind Werke, die eine reiche Geschichte nachzeichnen – vom 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Nach seinem Album mit Werken von Valentin Silvestrov und der EP Music for Ukraine, die beide gemeinsam mit dem Pianisten Alexey Botvinov entstanden, setzt Born in Ukraine – 150 Years of Ukrainian Music Hopes langjähriges Engagement für die ukrainische Kultur fort.

Auf Born in Ukraine spielt Hope Werke für Violine und Klavier, teils in neuen Arrangements. Es begleiten ihn drei junge ukrainische Pianist:innen – Roman Fediurko, Vitalii Kyianytsia und Alina Pronina –, deren Herkunft und musikalische Wurzeln der Aufnahme eine besondere persönliche Dimension verleihen. Gemeinsam vertiefen sie sich in die Musik von drei lebenden Komponisten – Silvestrov, Alexey Shor und Kyianytsia selbst –, darunter zwei Weltersteinspielungen, sowie in Werke von fünf wegweisenden Persönlichkeiten aus der musikalischen Vergangenheit der Ukraine: Lyssenko, Bortkiewicz, Leontowytsch, Stepowyj und Ljatoschynskyj. Born in Ukraine erscheint am 6. November 2026 digital und auf CD bei Deutsche Grammophon.

»Eine Reise in die ukrainische musikalische Identität« nennt Hope das Projekt. Sie ist durchwoben von Momenten »des Lyrischen, der Nostalgie, des Exils, der Hoffnung und der stillen Widerstandskraft«. Im vergangenen Jahrzehnt hat Hope Odessa vielfach besucht und dabei seine Verbindung zur ukrainischen Geigentradition weiter vertieft: »Das reicht zurück bis zu meinem Lehrer Zakhar Bron, zu David Oistrach und zu Stoljarski. Und ich wollte wohl mehr darüber erfahren, woher diese musikalische Seele kommt.« Den Albumtitel habe er, wie er sagt, bewusst schlicht gewählt: »Er erinnert uns daran, dass hinter jeder Partitur ein menschliches Schicksal steht – ein Komponist, geprägt von einem Ort, einer Kultur und einer Geschichte.«

Hopes Suche führte ihn zurück zu Mykola Lyssenko (1842–1912), einer der zentralen Gründungsfiguren der ukrainischen klassischen Musik, hier vertreten mit Elegy. Zudem entschied er sich für Werke von Sergei Bortkiewicz (1877–1952) und dessen Zeitgenossen Mykola Leontowytsch (1877–1921). Leontowytschs Schtschedryk (später verwandelt in »Carol of the Bells«) nennt er »eine Melodie, die um die Welt gegangen ist und doch tief in der Ukraine verwurzelt bleibt«. Weniger bekannt sind das Präludium von Jakiw Stepowyj (1883–1921), ursprünglich für Klavier solo, und die sehnsuchtsvolle Melodie von Borys Ljatoschynskyj (1895–1968). Roman Fediurko, der beim Arthur Rubinstein International Piano Master Competition 2026 die Bronzemedaille gewann, begleitet Hope in allen fünf Stücken.

In den letzten Jahren hat Hope eng mit Valentin Silvestrov (geb. 1937) zusammengearbeitet und dabei »die stille Menschlichkeit entdeckt, die durch alles hindurchscheint, was er schreibt«. Hier spielen er und Vitalii Kyianytsia (geb. 1991) die Elegie aus Silvestrovs Fünf Stücken sowie das dritte seiner Drei Postludien, ursprünglich für Violoncello und Klavier. Kyianytsias eigenes Adagio aus dem Ballett The Perfect Scent, das Anfang dieses Jahres vom Ballett Kiel uraufgeführt wurde, beschließt das Album. Es ist eine von zwei Weltersteinspielungen, die Born in Ukraine rahmen: Eröffnet wird das Album mit Footprints in the Sand von Alexey Shor (geb. 1970), gespielt mit Alina Pronina. Hope und Pronina spielen zudem Shors Violinsonate Nr. 1, ein Werk, das der Geiger »technisch anspruchsvoll« und »ein konzentriertes Zwiegespräch zwischen Violine und Klavier« nennt.

Hope ist voller Begeisterung für seine drei jungen Kolleg:innen und erzählt, wie viel er während der Aufnahmen allein dadurch gelernt habe, ihnen zuzuhören – und wahrzunehmen, was für sie ganz selbstverständlich sei: wie sie diese ukrainische Stimme auf ihre jeweils eigene Weise zum Ausdruck bringen. »Ihre Stimmen, Perspektiven und Erfahrungen haben jede Note dieser Aufnahme geprägt und mich daran erinnert, dass Musik vor allem eines ist – ein lebendiger Dialog zwischen den Generationen.«

»Meine Hoffnung«, schließt er, »ist, dass dieses Album die Hörerinnen und Hörer nicht nur dazu anregt, einige der bemerkenswerten musikalischen Schätze der Ukraine zu entdecken, sondern auch ein kulturelles Erbe zu feiern, das die europäische Musik über Generationen hinweg bereichert hat. In einer Zeit, in der dieses Erbe unter enormem Druck steht, scheint es wichtiger denn je, diese Stimmen zu bewahren und weiterzutragen.«

Zu den Höhepunkten in Daniel Hopes Terminkalender zu Beginn der Saison 2026/27 zählen Aufführungen von Vivaldis Vier Jahreszeiten und Max Richters Vivaldi Recomposed mit dem Zürcher Kammerorchester bei den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern (9./10. September) und beim Klassikfestival Küsnacht (20. September); Elgars Violinkonzert mit dem Gstaad Festival Orchestra unter Jaap van Zweden an verschiedenen Orten in Deutschland (29. September bis 3. Oktober); sowie Musik aus dem 2024 erschienenen Album Irish Roots beim Merano Festival (16. September). Zudem leitet Hope das New Century Chamber Orchestra in einer Reihe von vier Konzerten mit dem Marcus Roberts Trio, die der Musik von Gershwin, Ellington, Rhiannon Giddens und Caroline Shaw gewidmet ist (Kalifornien, 5. bis 8. November). Alle Konzerte hier.

Daniel Hope - Born in Ukraine
BORN IN UKRAINE Daniel Hope
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