Biografie
»Komponieren ist existenziell für mich … Ich höre Musik in meinem Kopf, die irgendwann so laut wird, dass ich sie zum Leben erwecken muss.« Die armenisch-deutsche Komponistin, Pianistin und Produzentin Meredi hat Millionen von Streams erreicht mit ihrer atmosphärischen, melodiösen Musik, die inspiriert ist durch ihre eigene Lebenswelt, ihre Vergangenheit, die Geschichte ihrer Familie und abstrakte Vorstellungen. Ihre Kompositionen reichen von Stücken für Soloklavier bis zu Werken für großes Orchester, oft vermischen sie klassische und elektronische Elemente und sind gefärbt von einem Gefühl der Sehnsucht, das Meredi mit ihrem armenischen Erbe verbindet. Sie schreibt für Film (unter ihrem vollen Namen, Ina Meredi Arakelian), Theater und Tanz sowie für den Konzertsaal.
Klassisch ausgebildet, nutzt sie ihre Kenntnis über Komponisten wie Bach, Chopin, Rachmaninow und Debussy oder Arvo Pärt, Steve Reich und Max Richter, und bezieht darüber hinaus so unterschiedliche Quellen wie armenische Musik und die Berliner Klubszene mit ein. Meredi, die zurzeit in Berlin und Los Angeles ansässig ist, tritt an den verschiedensten Veranstaltungsorten auf, in jüngster Zeit beispielsweise bei der Berlin Fashion Week (Juli 2023); bei der Eröffnung der Dronebath-Ambientreihe im Arts District in Los Angeles (April 2024); bei 1‑06 x Encounters in Berlin (November 2024); und beim Burning Man in Nevada (August 2025).
Meredis Verbindung zu Deutsche Grammophon begann 2022, als sie »White Flowers Take Their Bath« für Mari Samuelsens Album LYS schrieb. Das Stück Nachtigall erschien dann zum Weltschlaftag im März 2024. Nachdem sie einen Exklusivvertrag beim Gelblabel unterzeichnet hatte, veröffentlichte sie im Juni 2024 ihre DG-Debüt-EP Flourish. Seitdem sind außerdem die Einzeltracks Moon Talking to Sun (2024) und Where Home Is (2025) in den DG-Reihen Winter Calm bzw. Winter Works erschienen.
Meredi hat kürzlich ihr DG-Debütalbum aufgenommen, whirlpool galaxy, in dem sie dem inneren Konflikt zwischen Verbindung und Trennung musikalisch nachspürt – Attachment und Detachment, die nicht ohneeinander existieren. Neben Klavier und Synthesizern singt sie auf fünf Tracks selbst. Im Studio begleiten sie der Geiger Erez Ofer, die Cellistin Camille Thomas, der Pianist Julien Quentin und die Streicher von Scoring Berlin unter Jonathan Stockhammer. whirlpool galaxy erscheint am 10. Juli 2026 digital und auf LP.
Meredi, deren armenischer Name »Melodie« bedeutet, kam 1992 in Berlin zur Welt und wuchs umgeben von Musik auf – den aktuellen Popsongs, Filmmusiken, klassischer Musik (dank ihrer deutschen Mutter) sowie armenischer Volks- und Popmusik (dank ihres armenischen Vaters). Die Familie besaß ein altes russisches Klavier, auf dem Meredi schon als Kleinkind zu spielen begann. Ersten Klavierunterricht erhielt sie mit sechs Jahren, ihre ersten Kompositionen schrieb sie als Achtjährige. »Es ist eine Art Meditation, die ich tagtäglich brauche«, sagt sie über ihr Klavierspiel. »Es ist meine Fluchtmöglichkeit, mein Refugium. Wie eine Sucht.«
Meredi studierte Komposition an der Hochschule für Musik Hanns Eisler und der Universität der Künste Berlin, bevor sie sich an der Hochschule für Musik und Theater München auf das Fach Komposition für Film und Medien spezialisierte. Ihre ersten Orchesterwerke wurden bereits aufgeführt, als sie ein Teenager war, und sie gewann eine Reihe von Kompositionswettbewerben, unter anderem bei den Jeunesses Musicales.
Jenseits ihrer formellen klassischen Studien fand Meredi Anregungen in der Berliner Technoszene und mit 21 Jahren begann sie ihre eigene Musik zu produzieren. Ihr erstes Album für Soloklavier, Stardust, erschien 2020, BBC Music Magazine wählte es unter die Top 10 Post-Classical Albums (»atmosphärische Klavierstücke, liebevoll gespielt und aufgenommen. Die Musik wirkt wie improvisiert und oft tief empfunden«). Es folgte das Ambient-Album Trance (2021) sowie dessen Neufassung für Soloklavier, Some Other Place (2022). Zu ihren Film- und Fernsehprojekten gehören die Soundtracks zu Find Fix Finish (2017), Flügel aus Beton (2021) und Wade in the Water (2023).
3/2026