Biografie
»Achtung – hier kommt ein Genie! … Peltokoski hat nicht nur eine phänomenale Technik, sondern Energie, musikalischen Instinkt, stilistische und expressive Klarheit sowie feurige Dynamik – es verschlägt einem die Sprache« (Diapason)
Der finnische Dirigent und Pianist Tarmo Peltokoski, Gewinner des OPUS KLASSIK 2023 als Nachwuchskünstler des Jahres, wurde vom Tagesspiegel als »Jahrhundertbegabung« und »finnisches Dirigentenwunder« gefeiert. Regelmäßig zieht er Hörer auf der ganzen Welt mit der Tiefe und Intensität seines Musizierens in den Bann, sei es in der Oper oder im symphonischen Repertoire. Über eine Aufführung in Rotterdam schrieb das NRC Handelsblad: »Umwerfend, atemberaubend, so schön, dass einem die Tränen kommen. Schon das Schreiben darüber erzeugt wieder eine Gänsehaut. Wie er es machte, ist ein Geheimnis, aber in Rotterdam fand das schönste Konzert des Jahres statt. Tarmo Peltokoski. Merken Sie sich diesen Namen.«
Mit gerade einmal 23 Jahren gelang Peltokoski Beispielloses: Innerhalb nur eines Jahres übernahm er Positionen bei vier Orchestern in vier Ländern. Im Januar 2022 wurde er Erster Gastdirigent der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen – ein Amt, das das 1980 gegründete Orchester nie zuvor vergeben hatte. Außerdem wurde er Erster Gastdirigent des Rotterdam Philharmonic Orchestra, designierter Musikdirektor des Orchestre National du Capitole de Toulouse sowie Musikalischer und Künstlerischer Leiter des Lettischen Nationalen Symphonieorchesters, dessen Ehrendirigent er mittlerweile ist.
Seit einigen Monaten ist er nun im Amt in Toulouse und hat eine dreijährige Residenz als »Exklusivkünstler« am Konzerthaus Dortmund angetreten, dessen Saison er mit einer gefeierten halbszenischen Aufführung der Zauberflöte eröffnete (»Unter dem inspirierten Dirigat des jugendlichen Tarmo Peltokoski entfaltete sich die Aufführung als frische, geistreiche Neuinterpretation, die sowohl den Ernst als auch die Spielfreude des Werks einfing« – OperaWire). In der Saison 2026/27 wird Peltokoski Musikdirektor des Hong Kong Philharmonic Orchestra; derzeit ist er dessen designierter Musikdirektor.
Im Oktober 2023 hat der finnische Dirigent und Pianist einen Exklusivvertrag bei Deutsche Grammophon unterzeichnet – als jüngster Dirigent, den das Label je unter Vertrag nahm. Im Mai 2024 erschien sein erstes Album mit Mozarts Symphonien Nr. 35 in D-Dur »Haffner«, Nr. 36 in C-Dur »Linzer« und Nr. 40 in g-Moll, aufgenommen mit der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen. Hinzu kommen drei fantasievolle Improvisationen des Pianisten Peltokoski, die geistreichen und stilistisch abwechslungsreichen Darbietungen basieren auf je einer der Symphonien. Das BBC Music Magazine schreibt über das Album: »Er verleiht [den Symphonien] einen superben Klang, nicht überladen, sondern differenziert, und arbeitet die rhythmische Energie besonders in der ›Haffner‹ mit konzentriertem Überschwang heraus.«
In den vergangenen Spielzeiten debütierte Peltokoski unter anderem bei der Accademia Nazionale di Santa Cecilia, DSO Berlin, Hallé, Hong Kong Philharmonic Orchestra, hr-Sinfonieorchester, Israel Philharmonic Orchestra, Konzerthausorchester Berlin, London Philharmonic Orchestra, Los Angeles Philharmonic, NHK Symphony Orchestra, NSO Washington, Orchestre Philharmonique de Radio France, Oslo Philharmonic, Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin und Toronto Symphony.
Peltokoski trat zudem beim Rheingau Musik Festival, beim Schleswig-Holstein Musik Festival und beim Verbier Festival auf sowie beim Beethovenfest Bonn, beim Musikfest Bremen und beim Festival de Música y Danza Granada. Er arbeitete mit Solist:innen wie Julia Fischer, Martin Fröst, Sol Gabetta, Matthias Goerne, Asmik Grigorian, Martin Helmchen, Janine Jansen, Leonidas Kavakos, Patricia Kopatchinskaja, Camilla Nylund, Golda Schultz und Yuja Wang.
Der leidenschaftliche Wagnerianer Peltokoski schloss seinen ersten kompletten Ring im August 2022 beim finnischen Festival Eurajoki Bel Canto ab und dirigierte im darauf folgenden Frühjahr in Eurajoki Tristan und Isolde. Im Sommer und Herbst 2023 leitete er konzertante Aufführungen von Siegfried bzw. des 1. Akts von Die Walküre in Riga mit dem Latvian National Symphony Orchestra. Des Weiteren dirigierte er Mozarts Don Giovanni an der Finnischen Nationaloper in Helsinki.
Zu den Höhepunkten der Saison 2025/26 zählen Wagners Tristan und Isolde an der Dutch National Opera (Februar 2026) und Parsifal bei Peltokoskis Debüt an der Deutschen Oper Berlin (März/April). Außerdem leitet er das London Symphony Orchestra mit Solistin Yuja Wang in Werken von Rautavaara und Wagner (arr. Henk de Vlieger) im Londoner Barbican (1. März), gibt Konzerte mit Daniel Lozakovich und der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen in Bilbao, Madrid, Baden-Baden und Hamburg (2./3./7./9. März) und kehrt zum Hallé Orchestra zurück, um Musik von Mahler und Vaughan Williams aufzuführen (16./19. April).
Geboren im Jahr 2000, begann Tarmo Peltokoski als Achtjähriger mit dem Klavierunterricht. Seine technische Fertigkeit auf diesem Instrument und seine angeborene Musikalität deuteten auf eine Pianistenlaufbahn hin, aber als er mit elf Jahren Daniel Barenboims Aufnahme von Wagners Ring hörte, war die Entscheidung gefallen: Er wollte Dirigent werden. Seinen ersten Unterricht in der Kunst des Dirigierens erhielt der 14-jährige Tarmo beim legendären finnischen Pädagogen Jorma Panula, vier Jahre später schrieb er sich zur Fortsetzung seines Dirigier- und Klavierstudiums an der Sibelius-Akademie in Helsinki ein und wurde schon bald in die Dirigierklasse von Sakari Oramo aufgenommen. Zu Peltokoskis Mentoren zählen ferner Hannu Lintu, Jukka-Pekka Saraste und Esa-Pekka Salonen, dessen professioneller Rat Peltokoskis eigenes gründliches Studium der Opern und des symphonischen Repertoires ergänzte.
Als Pianist ist Tarmo Peltokoski unter anderem bereits als Konzertsolist aufgetreten, sein Interesse gilt zudem der Kammermusik und dem Coaching von Sänger:innen und seine Improvisationen auf dem Klavier und die Erfahrung als Komponist und Arrangeur bezeugen den Allroundkünstler. »Alles was ich jetzt tue, fing im Grunde damit an, dass ich den Verstand verlor, als ich mit elf Jahren Wagner hörte«, berichtet er. »Damals erwachte mein Interesse am Dirigieren. Daraus entwickelte sich alles.«
12/2025