María Dueñas spielt Halvorsens Violinkonzert mit dem Orchestre Métropolitain und Yannick Nézet-Séguin - Yannick Nézet-Séguin | Deutsche Grammophon

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María Dueñas spielt Halvorsens Violinkonzert mit dem Orchestre Métropolitain und Yannick Nézet-Séguin

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16.10.2026

Über hundert Jahre verschollen, nun wiederentdeckt:
Johan Halvorsens Violinkonzert

Eingespielt für Sofia Bohdanowicz’ preisgekrönten Film Measures for a Funeral
– María Dueñas’ Schauspieldebüt

Das Album mit dem Violinkonzert und Chant de la »Veslemøy« erscheint am 16. Oktober 2026,
der Soundtrack mit beiden Werken und Olivier Alarys Filmmusik am 4. Dezember

»María Dueñas gewann ihr Publikum im Handumdrehen – mit dem lyrischen Ton ihrer Eingangskadenz, die nicht weniger als erhaben war«

Bachtrack über María Dueñas’ Interpretation von Halvorsens Konzert in Montreal, November 2023

Deutsche Grammophon veröffentlicht gleich zwei Alben von María Dueñas. Beide erscheinen digital, beide begleiten Measures for a Funeral, den Film von 2024, in dem die spanische Geigerin ihr Schauspieldebüt gab. Auf dem ersten Album sind Werke des norwegischen Komponisten und Geigenvirtuosen Johan Halvorsen (1864–1935) zu hören. Gemeinsam mit dem Orchestre Métropolitain und dessen Künstlerischem Leiter und Chefdirigenten Yannick Nézet-Séguin spielt Dueñas sein lange verschollenes Violinkonzert sowie Chant de la »Veslemøy«, einen Satz aus seiner Suite Mosaïque. Das zweite Album ist der Soundtrack zu Sofia Bohdanowicz’ Film. Es vereint die beiden Halvorsen-Werke mit neuer Musik, die der in Montreal lebende französische Komponist Olivier Alary geschrieben und selbst eingespielt hat.

Halvorsens Violinkonzert und Chant de la »Veslemøy« (»Veslemøys Lied«) wurden für den Film in der Maison symphonique in Montreal in Zusammenarbeit mit Deutsche Grammophon live mitgeschnitten. Sie erscheinen als eigenes Album am 16. Oktober 2026. Measures for a Funeral – Original Motion Picture Soundtrack folgt am 4. Dezember.

Measures for a Funeral ist ein stiller Film, der zum Nachdenken anregt, ein Film über Trauer und Erinnerung. Er feierte seine Premiere in der Reihe Centrepiece des Toronto International Film Festival und gewann beim Festival du nouveau cinéma in Montreal den Grand Prix. Weltweit auf mehr als 30 Festivals gezeigt, kommt er bald über den renommierten Independent-Verleih Factory 25 in die US-Kinos. The Globe and Mail feierte ihn als eine »Symphonie der Besessenheit«, es sei, als »tauche man ein in einen Traum von Alfred Hitchcock«, urteilte The Guardian und vergab vier Sterne.

Im Mittelpunkt des Films steht Audrey (Deragh Campbell), eine junge Musikwissenschaftlerin. Sie forscht über Kathleen Parlow (1890–1963), eine gefeierte kanadische Geigerin des frühen 20. Jahrhunderts. Regisseurin Bohdanowicz, deren Großvater (der Geiger Andrew Benac) ein Schüler Parlows war, ließ sich zudem von der Geschichte hinter Halvorsens Violinkonzert op. 28 inspirieren. Es war Parlow gewidmet und wurde 1909 von ihr uraufgeführt. Allerdings stieß es auf ein geteiltes Echo, und der Komponist ließ sämtliche Exemplare vernichten. Als verschollenes Meisterwerk zu mythischem Status gelangt, tauchte das Werk vor rund einem Jahrzehnt wieder auf. Die Bibliothekare Houman Behzadi und James Mason fanden es in der Musikbibliothek der University of Toronto bei einem großangelegten Projekt zur Digitalisierung von Parlows Archiv.

Bohdanowicz’ Film gipfelt in einer Aufführung des Konzerts durch die junge Geigerin Elisa, mit großem Feingefühl von María Dueñas gespielt. »Als wir María das Drehbuch gaben, identifizierte sie sich sofort mit der Rolle«, sagt die Filmemacherin. »Mir erscheint sie wie eine Reinkarnation von Kathleen Parlow. Sie ist eine bemerkenswert talentierte Musikerin.«

Dueñas bietet eine glanzvolle Interpretation des Konzerts, dessen Anklänge an die norwegische Volksmusik und an die Hardangerfiedel zu seinen vielen Reizen zählen. Sie meistert jede technische Herausforderung, mühelos wechselnd zwischen virtuosen Passagen und sanft lyrischen Momenten.

Halvorsens sanglicher Ton ist in Chant de la »Veslemøy« erneut zu hören, einer exquisiten Miniatur, ursprünglich für Violine und Klavier geschrieben, vom Komponisten aber für Parlow zur Aufführung mit Streichern eingerichtet, als sie sich 1909 in Norwegen aufhielt. Beim Montrealer Konzert, so schwärmte Bachtrack, gelang Dueñas und ihren Mitmusiker:innen »ein transzendentes Erlebnis«, in einer Atmosphäre, in der unter Nézet-Séguin jeder seine ganze Ausdruckskraft entfalten konnte.

»Es war eine Ehre, an der Wiederentdeckung von Johan Halvorsens großartigem Violinkonzert op. 28 mitzuwirken«, sagt Dueñas, »und Kathleen Parlow wieder bekannter zu machen – die außergewöhnliche kanadische Virtuosin, für die das Werk geschrieben wurde. Parlow war eine gefeierte Geigerin des frühen 20. Jahrhunderts. Ihre Karriere fiel in dieselbe große Zeit wie die von Jascha Heifetz, und trotzdem ist ihr Name nach und nach in Vergessenheit geraten. Durch Measures for a Funeral kann ich ihr künstlerisches Erbe weitergeben – und mit Halvorsens Musik auch ihre Stimme einer neuen Generation von Hörer:innen näherbringen. Diesem verschollenen Meisterwerk zu begegnen und es in Kanada mit dem großen kanadischen Maestro Yannick Nézet-Séguin zu spielen bedeutet mir viel. Es ist eine Hommage an Parlows Kunst, an Halvorsens Fantasie und an die Kraft der Musik, uns an Menschen zu erinnern, die wir vergessen haben.«

Der renommierte Filmkomponist Olivier Alary hat für Measures for a Funeral eine kraftvolle, mitunter bedrohliche Partitur geschrieben. Seine Musik, auf der die Bratschisten Victor de Coninck und Pemi Paull zu hören sind, ergänzt die romantischen Orchesterstücke und spiegelt das Innenleben der Hauptfigur Audrey, die ganz in Parlows Leben und Werk eintaucht – eine Flucht vor den ungelösten Spannungen in der Beziehung zu ihrer sterbenden Mutter.

In dieser Saison gibt María Dueñas ihr Südamerika-Debüt, mit Konzerten in Chile, Argentinien und Uruguay, bevor sie in Mexiko auftritt (4.–10. Okt.; Mendelssohns Violinkonzert e-Moll). Zu den weiteren Höhepunkten zählen Konzerte mit der Staatskapelle Berlin unter Christian Thielemann in Berlin (12./13. Jan. 2027; Mendelssohns Violinkonzert d-Moll) sowie Aufführungen von Barbers Violinkonzert mit den Wiener Symphonikern unter Petr Popelka in Österreich und auf den Kanarischen Inseln (15.–24. Jan.). Außerdem spielt sie mit den Bamberger Symphonikern unter Jakub Hrůša (Bamberg, 5./6. Feb., und Hamburg, 8. März; Prokofjews Violinkonzert Nr. 1), kehrt nach Montreal zurück, um wieder mit Yannick Nézet-Séguin und dem Orchestre Métropolitain zu musizieren (21.–23. Apr.; Saint-Saëns’ Violinkonzert Nr. 3), und ist mit dem Philharmonia Orchestra unter Santtu-Matias Rouvali in Beethovens Violinkonzert zu hören (München, 4. Mai, und London, 6. Mai). Alle Tourdaten hier.

María Dueñas, Yannick Nézet-Séguin - Halvorsen: Violin Concerto & Chant de la "Veslemøy"
HALVORSEN Violin Concerto · Chant de la "Veslemøy" / Yannick Nézet-Séguin, María Dueñas
16. Okt. 2026

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