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Facettenreichtum Alter Musik – Playlisten mit zahllosen Aufnahmeklassikern der ARCHIV Produktion

Archiv Produktion
© DG
28.04.2021
Alte Musik ist ein Kontinent von unermesslicher Vielfalt. Kein Label zeugt hiervon mit einem so reichen Fundus hinreißender Musik und einer so hohen Klangkultur wie die 1949 unter dem Dach der Deutschen Grammophon gegründete ARCHIV Produktion. Wer seine Liebe zur Alten Musik vertiefen, wiederentdecken oder überhaupt erst wachsen lassen möchte, dem bieten sich auf Spotify großartige Möglichkeiten, die Schatztruhe des Kultlabels zu besichtigen. Die Deutsche Grammophon hat Playlisten kuratiert, mit denen sich auch der Laie hervorragend im ARCHIV-Katalog zurechtfindet. 
Für Einsteiger empfehlen sich die Kompilationen Gregorian Chant, Baroque Masterpieces und Sacred Works. Hier gewinnt man berührende Eindrücke von der meditativen Schönheit des gregorianischen Gesangs, den musikalischen Höchstleistungen des Barockzeitalters und der erstaunlichen Vielgestaltigkeit und fortdauernden Energie der geistlichen Musik früherer Epochen. 

Wiege der schönen Gesangskunst

Playlisten wie Monteverdi oder Telemann laden zum Verweilen bei einzelnen herausragenden Komponisten ein. Monteverdi, Erfinder des Generalbasses und Wegbereiter der Oper, gleicht einer nicht versiegenden Quelle liedhafter Ideen. Dass Italien prädestiniert war, die Wiege der europäischen Gesangskunst zu werden, ist ein Gedanke, der sich beim Hören der Monteverdi-Playlist unmittelbar aufdrängt. Zeugnis hierfür ist neben vielen anderen Anne Sofie von Otter mit Arnaltas herzergreifender Arie “Adagiati, Poppea – Oblivion soave” aus Monteverdis wegweisender Oper “L’incoronazione di Poppea”.
In der Playlist mit Werken von Telemann ragt die Tafelmusik hervor, der vor allem Reinhard Goebel mit seinem Ensemble Musica Antiqua Köln stilsicher Ausdruck verleiht. Dass für Goebel neben Karl Richter, Trevor Pinnock, John Eliot Gardiner und Paul McCreesh eine eigene Playlist reserviert ist, liegt nahe. Der deutsche Geiger und Dirigent gehört zu den Pionieren der historischen Aufführungspraxis. An seiner Playlist imponiert das breitgefächerte Repertoire. Mit Goebel reist man quer durch Europa und lernt den Reichtum italienischer, französischer, englischer und deutscher Musik des 17. und 18. Jahrhunderts kennen. 

Avantgarde der Alten Musik 

Zur Crème de la Crème der nachschaffenden Künstler Alter Musik zählen Karl Richter, Trevor Pinnock, John Eliot Gardiner und Paul McCreesh. Wer für Bach oder Händel brennt, kommt an keiner dieser Größen vorbei. Richter ist bekannt für seine opulenten Aufführungen von Bachs Chormusik. In seiner Playlist kann man sich sowohl von der überwältigenden Wirkung seiner Bach-Aufnahmen mit dem Münchener Bach-Chor als auch von seiner Virtuosität am Cembalo überzeugen. 
Als wichtigster lebender Interpret Bachscher Vokalkunst darf der britische Dirigent John Eliot Gardiner gelten. Seine Aufnahmen mit den English Baroque Soloists und dem Monteverdi Choir beeindrucken durch ihren harmonischen Farbenreichtum und ihre dynamische Agilität. 
Dirigenten wie Paul McCreesh mit seinem Ensemble Gabrieli Consort & Players oder Trevor Pinnock mit The English Concert haben jeder für sich einen eigentümlich schwebenden Stil kultiviert. McCreesh vermag sogar noch Bachs schwermütiger Matthäus-Passion eine ätherische Note abzugewinnen. In den Playlisten von Pinnock zeigt sich, dass schnelle Tempi und ein perfekt abgerundetes Klangbild nicht nur bei Bach und Händel fesselnde Ergebnisse zeitigen, sondern auch bei Komponisten wie Pachelbel, Albinoni oder Vivaldi.