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Trevor Pinnock – Bach mit Sanglichkeit und Klarheit

Trevor Pinnock
© Gerard Collett
26.03.2020
Trevor Pinnocks erste Einspielung von Bachs “Wohltemperiertem Klavier” erscheint demnächst auf Deutsche Grammophon. Bereits ab dem 27. März ist ein besonderes Stück Musik daraus vorab zu hören: das Präludium in C-Dur (BWV 846), eines der berühmtesten Werke Bachs, welches unter anderem die Inspirationsvorlage der berühmten Ave-Maria-Meditation von Charles Gounod war.
Trevor Pinnocks Interpretation ist dabei romantischem Überschwang abhold, er geht vielmehr mit großer Klarheit und innerer Ruhe an dieses Werk. Gerade in diesen bewegten Krisenzeiten bildet das schlichte Werk Bachs einen fast meditativen Ruhepol.
Die Frühfassungen der meisten Präludien aus dem “Wohltemperierten Klavier”, das 1772 entstand, fanden sich, gemeinsam mit den Inventionen und Sinfonien, bereits in dem 1720 begonnenen Clavier-Büchlein für Bachs Sohn Wilhelm Friedemann.  Nun aber erweiterte  Bach den systematischen  Ansatz zu dem bis dato ungewöhnlichsten Großzyklus einer durch alle Tonarten gehenden Sammlung von Präludien und Fugen, jeweils in Dur und Moll — “Zum Nutzen und Gebrauch der Lehrbegierigen Musicalischen Jugend, als auch derer in diesem studio schon habil seyenden”. Dieser didaktische Aspekt steht bei dem rund zwanzig Jahre später in Leipzig entstandenen zweiten Teil des “Wohltemperierten Klaviers” nicht mehr im Vordergrund.

Unterhaltsam und streng, traditionell und innovativ

Für Trevor Pinnock hat der erste Teil eine große Spannbreite. “Er umfasst sowohl unterhaltsame Musik, die einem Kind gefallen kann oder auch einem entspannten Hörer, als auch streng gesetzte Musik, in der Bach sein geistiges und kompositorisches Potenzial voll ausschöpft. Das macht seinen Reichtum aus: unterhaltsam und streng, traditionell und innovativ, ein Spektrum, das Himmel und Erde berührt.”
Trevor Pinnock spielte für diese Aufnahme auf der Kopie eines Cembalos von Johann Heinrich Hemsch, eines französischen Cembalobauers deutscher Herkunft und Zeitgenossen Bachs. Die Stimmung des Instruments nahm Pinnock so vor, dass sie jener entsprach, die zu Bachs Zeiten in Köthen üblich war: einen ganzen Ton tiefer als die heutige.  Damit, so Trevor Pinnock, erreiche das Instrument, “einen unvergleichlichen Klang, welcher Sanglichkeit mit Klarheit verbindet”, so dass Bachs Stimmführung voll zur Geltung komme.
Das Album “J.S. Bach: The Well-Tempered Clavier: Book 1, BWV 846–869” erscheint am 10. April digital und am 1. Mai als Doppel-Album auf Deutsche Grammophon. Zum Kennenlernen ist das berühmte Präludium in C-Dur, (BWV 846) bereits ab dem 27. März auf allen Streaming-Plattformen verfügbar.
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