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Unterschätzter Visionär – Zum 200. Geburtstag von César Franck

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Photo of Jeanne Rongier's 1888 painting César Franck (gemeinfrei)
29.11.2022
César Franck gehört zu den berühmten Außenseitern der Musikgeschichte. Berühmt ist er, weil einige seiner Werke von so starker Intensität und so visionär sind, dass sie von großen Dirigenten und Solisten immer wieder ins Programm genommen werden. Dass der Komponist in der Nachwelt dennoch eine Randexistenz fristet, dürfte damit zusammenhängen, dass er der Zeitgenosse von Giganten wie Wagner, Chopin oder Brahms war.

Begnadeter Orgelvirtuose

Franck, der 1822 in Lüttich als Sohn einer deutschen Mutter und eines flämischen Vaters zur Welt gekommen war, machte sich als begnadeter Orgelvirtuose und -improvisator einen Namen. Er wirkte als Hauptorganist an der Pariser Kirche Sainte-Clotilde und lehrte als Professor am Pariser Konservatorium Orgelspiel und Improvisation. Seine Hauptleidenschaft galt indes dem Komponieren. Franck tat sich in vielen Genres um. Er schuf Bühnenwerke, Oratorien, geistliche Musik, Kammermusik, Orchestermusik, Orgelwerke und Lieder.

Großartige Aufnahmen

Zu seinen bekanntesten Werken zählen seine Sinfonie in d-Moll und seine Violinsonate in A-Dur. Von letzterer liegt jetzt eine glänzende Aufnahme vor. Sie befindet sich auf einem Live-Album, das der französische Geiger Renaud Capuçon soeben mit der argentinischen Starpianistin Martha Argerich veröffentlicht hat.
Ein viel zu selten gehörtes Werk von César Franck hat der große Dirigent Kurt Masur 1997 in Verbier aufgeführt. Seine bewegende Interpretation von Francks sinfonischer Dichtung für Chor und Orchester “Psyché” wird auf einem Live-Album zu erleben sein, das am 9. Dezember 2022 bei Verbier Festival Gold erscheint.