Diverse Künstler | News | Zwischen Tradition und Moderne – Weihnachten musikalisch illuminiert

Zwischen Tradition und Moderne – Weihnachten musikalisch illuminiert

Christmas in Berlin
©️ DG
17.11.2021
Stimmungsvolle Musik gehört seit je dazu, wenn das Weihnachtsfest gefeiert wird. Und es sind bestimmte Lieder, die unabdingbar mit dem Gedanken an das Fest verbunden sind. Denn weihnachtliche Musik wird ja zum größten Teil mit Texten verbunden, in denen die Frohe Botschaft von der Geburt Jesu Christi verkündet wird. Diese Botschaft ist gesungenes Wort, ganz gleich, ob in den traditionellen Liedern oder den Chören und Arien aus den geistlichen Kompositionen etwa eines Johann Sebastian Bach, Georg Friedrich Händel oder Samuel Scheidt.
Die Deutsche Grammophon hat jetzt mit “Christmas in Berlin” eine klassische Compilation aufgelegt, deren Auswahl sie geradezu prädestiniert, die vor uns liegende Advents- und Weihnachtszeit zu begleiten. Allein das Aufgebot an Solisten, Orchestern und Dirigenten verleiht dem Album festliches Gepräge: von den Berliner Philharmonikern über das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin bis zu den hochkarätigen Berliner Barock Solisten, von Dirigenten wie Herbert von Karajan und Fritz Lehmann bis zu Instrumentalsolisten wie Albrecht Mayer (Oboe) und Rainer Kussmaul (Violine) und den Sopranistinnen Rita Streich und Sylvia McNair, um nur einige zu nennen.

Christmas in Berlin: Klassiker, die in keiner Weihnachts-Playlist fehlen dürfen

Das Album enthält Klassiker, die heutzutage in keiner weihnachtlichen Playlist fehlen dürfen: “Alle Jahre wieder”, “Maria durch ein‘ Dornwald ging” und “Süßer die Glocken nie klingen” mit Rita Streich. Oder das "Ave Maria” von Charles Gounod, hier in einer Aufnahme mit der Sopranistin Lisa Otto, dem Berliner Händel-Chor und dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin unter Günther Arndt – Gounod hatte es 1859 als Improvisationsübung und unter Verwendung des C-Dur Präludiums aus Johann Sebastian Bachs “Wohltemperierten Klavier” geschrieben. Dass auf dem gleichen Album auch das “Ave Maria” D 839 Franz Schuberts in der gleichen Besetzung zu hören ist, gehört zu seinen Besonderheiten.
Stimmungsvoll ergänzt werden solche Lieder durch Georg Friedrich Händels Concerto grosso in e-Moll op. 6 Nr. 3 mit den Berliner Philharmonikern unter Herbert von Karajan oder Johann Sebastian Bachs Konzert für Oboe, Violine, Streicher und Basso Continuo in c-Moll (BWV 1060R), gespielt von den Berliner Barock Solisten und dem Oboisten Albrecht Mayer sowie Rainer Kussmaul an der Violine. Und welches weihnachtliche Werk wäre geeigneter für eine Auswahl herrlicher Chöre als das “Weihnachtsoratorium” Johann Sebastian Bachs? Dessen einleitendes “Jauchzet frohlocket” und der Choral “Ach, mein herzliebes Jesulein”, hier mit dem RIAS Kammerchor Berlin, dem Berliner Motettenchor und den Berliner Philharmoniker unter Fritz Lehmann illuminieren dieses musikalische Fest geradezu.   

Musikalische Reflexionen über den Winter

Eine Brücke zwischen weihnachtlicher Tradition und Moderne schlagen Künstler und Künstlerinnen der Gegenwartsmusik wie Peter Gregson, Hania Rani und Dobrawa Czocher, Balmorhea, Dustin O’Halloran und Bryan Senti, ABBOTT, Vanbur, Classical Sundays und Joep Beving auf dem Album “Winter Tales”, das ebenfalls gerade bei Deutsche Grammophon erschien. 
Speziell für “Winter Tales” sind zwölf zeitgenössische musikalische Reflexionen über den Winter entstanden. Atmosphärisch dicht, mit einer Vielzahl verblüffender wie anrührender Bearbeitungen weihnachtlicher Musik ganz verschiedener Herkunft bietet es einen wohlklingenden musikalischen Background für die Chanukka- und Weihnachtszeit. Etwa mit der Bearbeitung des isländischen Volksliedes “Farðu að sofa fyrir mig”, hier mit Vikingur Ólaffson, der das Stück in einer Bearbeitung durch den Komponisten und Pianisten Snorri Sigfús Birgisson spielt. Mit "Lo, How a Rose E’er Blooming” hat sich die norwegische Sängerin Ane Brun die Komposition von Michael Praetorius aus dem 17. Jahrhundert, die hierzulande als “Es ist ein Ros‘ entsprungen” bekannt ist, zu eigen gemacht: Inspiriert von dem Gedanken an einen Kirchenchor hat sie sämtliche Stimmen des Liedes selbst aufgenommen.    

Neuer Song von Brian und Roger Eno

Wunderbar ergänzen instrumentale Stücke wie "Maoz Tzur” mit dem Streichquartett Classical Sundays oder “Mitt hjerte alltid vanka” (“Mein Herz für immer wandert”) das Programm. Die norwegische Geigerin Mari Samuelsen hat dieses skandinavische Weihnachtslied in einer Bearbeitung für Solovioline gemeinsam mit dem Komponisten und Arrangeur Christian Badzura und Classical Sundays eingespielt.
Mit “Wanting to Believe” ist auch ein neuer Song von Brian und Roger Eno zu hören. Basierend auf dem Weihnachtslied “Oh Holy Night” von Adolphe Adam entstand dieser Song extra für dieses Album, als Vorschlag “…wie wir, die menschliche Spezies, sowohl mit uns selbst als auch mit dem Planeten, den wir teilen, besser existieren können,” so Roger Eno. Weihnachtliche Musik für die Seele und den Verstand.