Continuum II: Víkingur Ólafssons intimes Bach-Tagebuch - Víkingur Ólafsson | Deutsche Grammophon

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Víkingur Ólafsson
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Continuum II: Víkingur Ólafssons intimes Bach-Tagebuch

Vikingur Ólafsson
© Ari Magg
23.10.2026

Für Víkingur Ólafsson ist Johann Sebastian Bach kein abgeschlossenes Kapitel der Musikgeschichte, sondern tägliche Gegenwart. Seit über drei Jahrzehnten setzt sich der isländische Pianist Tag für Tag ans Instrument, um ein wenig Bach zu spielen, eine Gewohnheit, die er als den einen konstanten Fixpunkt seines Lebens beschreibt. Aus dieser fortwährenden Zwiesprache erwächst nun Continuum II, das zweite Kapitel eines Projekts, dessen Titel bereits sein Programm in sich trägt: Im Deutschen meint das Wort Bach einen fließenden Strom, und genau als solchen ununterbrochenen Fluss begreift Ólafsson die Musik des Thomaskantors, als unsichtbaren Faden, der Epochen, Menschen und Erfahrungen miteinander verbindet.

Das neue Album erscheint am 6. November 2026 bei Deutsche Grammophon und knüpft unmittelbar an das erste Continuum aus dem Oktober 2024 an. Anders als sein Vorgänger entstand es vollständig an einem einzigen, sehr persönlichen Ort: im The Nutshell, dem neuen Heimstudio des Pianisten in Island. Der Charakter dieses Rückzugsraums durchzieht die gesamte Aufnahme, die Ólafsson selbst als sein erstes wahres „album domesticum“ versteht, ein Album der häuslichen, stillen, nach innen gewandten Musik, in der Bach von seiner intimsten und persönlichsten Seite erscheint.

 

Das Album: Choräle, Transkriptionen und die Kunst der Miniatur in Continuum II

Im Zentrum von Continuum II stehen sechs Choräle, die Ólafsson auf dem Klavier interpretiert, darunter „Wie schön leuchtet der Morgenstern“, BWV 436, „Welt, ade!“, BWV 27/VI, sowie „Es ist genug“, BWV 60/V. Für den Pianisten offenbaren diese ursprünglich vokalen und liturgischen Sätze am Klavier eine neue Klanggestalt, besonders im zerbrechlichen, fast flüsternden Timbre des aufrecht stehenden Pianinos. Ergänzt wird dieser geistliche Kern durch das frühe Choralvorspiel „Erbarm dich mein, o Herre Gott“, das der Produzent Christopher Tarnow für die Aufnahme vorschlug. Bach schrieb dieses Stück in jungen Jahren, und seine unvorhersehbare harmonische Entwicklung und lamentierende Grundhaltung wirken wie ein Vorgriff auf die Ausdruckswelt des romantischen Liedes.

Ein zentrales Werk des Programms ist Ólafssons eigenes Arrangement des berühmten Air aus der Orchestersuite Nr. 3, weithin bekannt als „Air on the G String“. Der Pianist nahm es in zwei Fassungen auf, auf dem Konzertflügel und auf dem Pianino, und widmete seine Bearbeitung dem Komponisten György Kurtág zu dessen 100. Geburtstag. Hinzu treten das Largo aus dem Cembalokonzert Nr. 5 f-Moll, eine kammermusikalisch erweiterte Lesart des Adagios aus der Violinsonate Nr. 5 f-Moll für Klavier, Streichquartett und Kontrabass, eingespielt mit dem Siggi String Quartet und dem Bassisten Xun Yang, sowie das Larghetto aus dem Keyboard Concerto Nr. 1 D-Dur, BWV 972, das Bach selbst nach einem Vorbild von Antonio Vivaldi bearbeitet hatte. Abgerundet wird die Anthologie durch sechs kleine Präludien, die Bach einst als Übungsstücke für seine Schüler:innen und die eigenen Kinder verfasste: Miniaturen, deren äußere Knappheit eine erstaunliche musikalische Tiefe verbirgt.

 

Der Interpret: Víkingur Ólafsson

Víkingur Ólafsson, geboren am 14. Februar 1984 in Reykjavík, zählt zu den gefragtesten Pianist:innen der Gegenwart. Seine Weltreise mit Bachs Goldberg-Variationen, die er auf zahllosen Bühnen aufführte, mündete in eine vielbeachtete Aufnahme, für die er seinen ersten GRAMMY Award® erhielt. Weltweit wurden seine Einspielungen mehr als eine Milliarde Mal gestreamt, rund die Hälfte davon entfällt auf Bach-Repertoire, was seine besondere Stellung als Interpret dieser Musik unterstreicht.

Bei Deutsche Grammophon hat Ólafsson über die Jahre ein unverwechselbares Profil geformt, von seiner Auseinandersetzung mit Philip Glass über Debussy und Rameau, Mozart und dessen Zeitgenoss:innen bis zu den introspektiven Alben From Afar, den Goldberg-Variationen und zuletzt Opus 109. Continuum II fügt sich als konsequente Fortsetzung in dieses Werk ein und vertieft zugleich den ganz eigenen, tagebuchartigen Zugang des Pianisten zu Bach.

 

Formate und Verfügbarkeit

Continuum II erscheint am 6. November 2026 bei Deutsche Grammophon in digitaler Form, auf CD und auf Vinyl. Als Vorgeschmack auf das Album stehen bereits zwei Singles zum Streamen bereit: Ólafssons Flügelversion des Air on the G String (seit dem 17. Juli 2026) sowie das Larghetto aus dem Keyboard Concerto Nr. 1 D-Dur, BWV 972 (seit dem 14. August 2026).

Sammler:innen und Hörer:innen, die den kompletten Bogen dieses intimen Bach-Porträts erleben möchten, dürfen sich also auf ein Album freuen, das die Stille des Studios in klingende Gegenwart verwandelt.

 

Jetzt endlich die Fortsetzung Continuum II erleben!

Continuum II jetzt bei Deutsche Grammophon entdecken und für den 6. November 2026 vormerken. Alle Aufnahmen des Pianisten sowie physische Editionen finden Sie im DG Store, weitere Hintergründe auf seiner Künstler:innenseite.

Ólafssons gefeierte Goldberg-Variationen mit der Lichtinstallation von Olafur Eliasson sind auch als Stream auf STAGE+ verfügbar!

Víkingur Ólafsson: Continuum II
CONTINUUM II Víkingur Ólafsson
6. Nov. 2026

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