Anne-Sophie Mutter | News | Drei Starsolisten Und Drei Jubiläen

Drei Starsolisten Und Drei Jubiläen

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© Peter Adamik
31.03.2020
Anne-Sophie Mutter, Yo-Yo Ma und Daniel Barenboim legen anlässlich Beethovens 250. Geburtstag eine gemeinsame Aufnahme des Tripelkonzertes und der Siebten Symphonie vor
Das Album feiert auch 20 Jahre West-Eastern Divan Orchestra. Es wird am
3. April 2020 veröffentlicht, 40 Jahre nach der legendären Einspielung des Tripelkonzertes mit Anne-Sophie Mutter und Yo-Yo Ma unter Herbert von Karajan
 
Zur Eröffnung des Beethoven-Jahres 2020 erscheint bei Deutsche Grammophon ein in mehrfacher Hinsicht außergewöhnliches Album, das mit dem Tripelkonzert op. 56 und der Siebten Symphonie op. 92 zwei Schlüsselwerke des Jubilars präsentiert. Mit Anne-Sophie Mutter, Yo-Yo Ma und Daniel Barenboim sind zudem drei der renommiertesten Künstlerpersönlichkeiten und Beethoven-Interpreten unserer Zeit zu erleben, die die farbenreichen Stücke zusammen mit dem West-Eastern Divan Orchestra vielschichtig und spannungsvoll ausdeuten.
Entstanden sind die Aufnahmen als Live-Mitschnitte von Konzerten im Juli bzw. Oktober 2019 in Buenos Aires bzw. Berlin anlässlich des 20-jährigen Jubiläums des West-Eastern Divan Orchestra. Das Orchester ist längst zum Sinnbild eines völkerverständigenden Projekts geworden. 1999 von Daniel Barenboim mitgegründet, steht es für die mutige Verwirklichung eines Traums und ist ein faszinierender Mikrokosmos, der exemplarisch aufzeigt, wie Versöhnung bei der gemeinsamen Arbeit an einer Sache gelingen kann.
Für Daniel Barenboim war Beethoven der wahrscheinlich erste wirklich unkonventionelle Komponist. »Er hat sich nicht darum gekümmert, was die Leute denken«, so Barenboim, und verlange vom Interpreten absolute physische Präsenz und Hingabe. »Als Musiker zwingt er dich, an den Rand, den Abgrund und noch weiter zu gehen. Das erfordert eine ungeheure Portion Mut.« In ihrer existenziellen Tiefe und grenzüberschreitenden Kraft hat die Musik des überzeugten Humanisten dabei bis heute eine zwingende Präsenz und Aktualität. Anne-Sophie Mutter sagt, Beethoven habe »wirklich erkannt, worum es im Leben geht: um das friedvolle Miteinander von uns Menschen, darum, dass wir füreinander da sind. Diese Idee, dass wir im Kern wie Brüder oder Schwestern miteinander leben sollen, ist für mich letztlich die Essenz seines Wirkens, die ihn zu einem Botschafter von der Vergangenheit in eine bessere Zukunft hinein werden lässt.«
Neben der Siebten Symphonie, deren tänzerischer Grundpuls sich durch das gesamte Werk zieht, steht mit dem Tripelkonzert ein Stück im Zentrum des Albums, das in Beethovens Œuvre eine Sonderstellung einnimmt und sowohl in seiner raffinierten Architektur als auch in seiner Tonsprache den revolutionären Geist und den Humor des Komponisten offenbart. Yo-Yo Ma erklärt: »Die überbordende Erfindungskraft ist so überraschend, und das Werk ist so lebensbejahend, so positiv. Der zweite Satz ist nobel und offen, aber die Ecksätze sind einfach voller Freude!« Die deutlich hervorgehobenen Parts der Solisten werden oft kammermusikalisch geführt und ziehen in der ausdrucksstarken Interpretation von Mutter, Barenboim und Ma unmittelbar in den Bann.
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