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Víkingur Ólafsson feiert Bach und das Bauhaus

Víkingur Ólafsson
© Ari Magg / DG
21.05.2019
Am 5. Mai kamen die Thüringer Bachwochen 2019 zum Ende. In diesem Jahr lautete das Motto in Hommage an das Bauhaus, das aktuell sein 100-jähriges Bestehen feiert, “Bach – der Konstrukteur”. Das Bauhaus ist bis heute Sinnbild der Zusammenführung von Kunst und Handwerk sowie die minimalistische Ausdrucksweise in Kunst, Architektur und Design und prägt wesentlich das Bild modernistischer Strömungen. Neben der bildenden Kunst wurden auch die angewandte und darstellende Kunst integriert; immer unter sozialistischen Idealen.
Zahlreiche Bauhaus-Künstler, darunter der Maler Paul Klee seien von Bach inspiriert gewesen und auch Víkingur Ólafsson, der am Eröffnungswochenende der Bachwochen Thüringen zu erleben war, erkennt die Verbindung von Bachs Musik mit dem Bauhaus. “Mein Vater ist Architekt und Komponist. Bauhaus ist für mich klares Denken. Klare Strukturen. Die Essenz des Denkens, der Struktur, der Form. Wenn ich an Bauhaus aus musikalischer Sicht denke, würde ich es mit sehr klaren, makellosen Strukturen assoziieren. Also Barock. In vielerlei Hinsicht passt Bach sehr gut dazu, aber meiner Meinung nach noch besser die Musik des 20. Jahrhunderts. Philip Glass und die amerikanischen Minimalisten, die Wiederholungen verwenden, um einen emotionalen Effekt zu erreichen. Ich glaube, das ist stark verbunden mit dem Design und der Architektur des Bauhauses”, sagt Ólafsson dem Deutschlandfunk.
Erst vergangenen September hatte Víkingur Ólafsson seine Bach-Interpretation in Form eines Albums bei Deutsche Grammophon veröffentlich. Dabei unterstreicht der isländische Pianist die Zeitlosigkeit von Bachs Werk und präsentiert es in modernem Gewand mit bestechender Klarheit. Dass Ólafsson ein Meister des Minimalismus ist beweist er nicht zum ersten Mal. Sein Debüt beim gelben Label widmete Víkingur Ólafsson dem Komponisten Philipp Glass und zog mit dessen Klavieretüden die Hörer in seinen Bann.
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