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Johann Sebastian Bach
Johann Sebastian Bach

330. Geburtstag – Johann Sebastian Bach lebt!

Johann Sebastian Bach
© Fred Münzmaier / DG
19.10.2015

Er ist der unangefochtene Meister der abendländischen Musikkultur. Weltweit gibt es Gesellschaften, Orchester, Ensembles oder Chöre, die sich um sein musikalisches Erbe bemühen.

Anfang und Ende aller Musik: Bachs Überdimensionalität

Bach lebt. Seine Musik löst immer wieder Begeisterungswellen aus, und so war es schon Generationen vor uns. Die größten Komponisten griffen zu Superlativen, wenn sie seine Musik zu charakterisieren suchten. Ein Beethoven bekannte: “Nicht Bach, sondern Meer sollte er heißen wegen seines unendlichen unausgeschöpften Reichtums an Tonkombinationen und Harmonien.” Und Max Reger gab zu Protokoll: “Bach ist für mich Anfang und Ende aller Musik; auf ihm ruht und fußt jeder wahre Fortschritt.”

Was hierin deutlich wird, ist die Überdimensionalität Bachs, dessen Musik nicht nur für seine Zeit, sondern bis heute von überwältigender Wirkung ist. Um diese Kraft zu demonstrieren, bedarf es jedoch anspruchsvollster Musikalität und Raffinesse, und deshalb sind hochwertige Bach-Interpretationen so rar. Aber es gibt sie, und soeben sind zum 330. Geburtstag des Komponisten einige Veröffentlichungen erschienen, die sich auf der Höhe Johann Sebastian Bachs bewegen und große Neugierde wecken.

Für Einsteiger und Kenner: Perlen des Gesamtwerks

Bach ist berühmt für eine Fülle von eindringlichen Melodien, die sich über sein Gesamtwerk verteilt in Konzerten, Suiten und Sonaten finden. Auf “Bach – Adagio” finden sich die bedeutendsten dieser langsamen Sätze vereint. Das Doppel-Album strahlt eine versöhnliche Ruhe und Bedachtsamkeit aus, die den bisweilen hektischen Alltag unseres modernen Lebens vergessen macht. Mit Künstlern wie John Eliot Gardiner, András Schiff, Janine Jansen, Riccardo Chailly oder Christopher Hogwood wartet die Sammlung mit großen Bach-Interpreten auf. 

Von berührender Andacht und Feierlichkeit ist die geistliche Vokalmusik von Johann Sebastian Bach. “Aria – Bachs schönste Arien” versammelt die wichtigsten Werke, die Bach auf diesem Feld seines Schaffens komponiert hat. Mit Arien aus dem Weihnachtsoratorium, der Kaffee- und Bauernkantate, der Johannes- und Matthäus-Passion (“Mache dich, mein Herze, rein”) sowie der h-Moll-Messe dringt man tief in Bachs spirituelle Welt ein, und das mit Größen wie Magdalena Kožená, Anne Sofie von Otter oder Renée Fleming.

Altbewährtes und Brandaktuelles: Das lebendige Erbe

Kaum ein Barockorchester hat sich so verdient gemacht um Johann Sebastian Bach wie Musica Antiqua Köln unter der Leitung von Reinhard Goebel. Die Früchte dieser Arbeit sind enorm, und man staunt nicht schlecht, wenn man jetzt auf 13 Tonträgern eine prächtige Bach-Sammlung mit den Brandenburgischen Konzerten, der Kunst der Fuge, Orchestersuiten und unterschiedlicher Kammermusik geliefert bekommt. Der klangliche Schliff von Musica Antiqua Köln ist einmalig, und wer Bach in reinster Gestalt genieße möchte, der greife auf diese Sammlung aus dem Fundus der Archiv Produktion zurück. “Johann Sebastian Bach – Orchesterwerke & Kammermusik” ist eine Anschaffung fürs Leben.  

Albrecht Mayer gehört zu den bedeutendsten Oboisten der Gegenwart, und er spielt Bach mit großer Leidenschaft. Jetzt legt dieser ebenso sympathische wie eigensinnige Musiker ein famoses Bach-Doppelalbum vor. “Bach – Konzerte und Transkriptionen” versammelt Kompositionen des Eisenacher Altmeisters, in denen die Oboe eine prominente Rolle spielt. Hinzu kommen Bach-Werke, die neu für Oboe arrangiert wurden. Das Resultat ist überwältigend. Albrecht Mayer entdeckt die tänzerischen und gesanglichen Qualitäten Bachs. Bei dem Oboisten offenbart sich die sinnliche Fülle des Komponisten, der sich ganz der Musik hingab. Albrecht Mayer über Bach: “Solche Musik kann man nur schreiben, wenn man Liebe kennt und fühlt und sie auch teilen kann.”  

Bach Adagio
BACH Adagio
16. Okt. 2015

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