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Fritz Wunderlich
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Don Giovanni in Köln mit Prey und Wunderlich

Don Giovanni mit Hermann Prey und Fritz Wunderlich © DG
Don Giovanni mit Hermann Prey und Fritz Wunderlich © DG
18.11.2009

Archäologie muss nicht immer mit Altertümern zu tun haben. Manchmal findet man auch in der  kulturellen Nachbarschaft Dokumente einer früheren Epoche, die sich als Entdeckungen erweisen. So öffnete die Kölner Oper unlängst ihre Archive und zutage kamen Mitschnitte zahlreicher Premieren der ersten Jahre nach der Wiedereröffnung des Hauses im Mai 1957. Sie entstanden, wie im Fall des „Don Giovanni“ von 1960, sogar ohne Wissen der Beteiligten und sind daher für alle überraschend vitale und authentische Zeugnisse des kulturellen Lebens, besonders wenn so talentierte Solisten mit von der Partie waren wie Fritz Wunderlich und Herrmann Prey. Wer das nicht glaubt, kann sich nun selbst davon überzeugen. Denn der damals hoch gelobte „Don Giovanni“ ist nun auch auf CD zu erleben.

Der Dirigent Wolfgang Sawallisch war 1960 gerade einmal 36 Jahre alt, außerdem Generalmusikdirektor der Kölner Oper und einer der Hoffnungsträger der jungen Pultstargeneration. Für ihn war der „Don Giovanni“ in der, übrigens umstrittenen Inszenierung von Oscar Fritz Schuh, ein Höhepunkt des damaligen Spielplans. Und schon deshalb sah er den Aufzeichnungen, die er in diesem Sommer zur Begutachtung vorgelegt bekam, mit einiger Skepsis entgegen: „Man sagt: ‘Erinnerung vergoldet’“, erinnert sich der Honoratior in einem Gespräch, „und so war ich beim Wiederhören des Kölner ' Don Giovanni' sehr gespannt, ob es nicht eine eher ernüchternde Erfahrung sein würde. Vielleicht war die Aufführung in meiner Erinnerung ja viel schöner als das, was auf dem Archiv-Band der Kölner Oper gespeichert war. Doch zu meiner Erleichterung konnte ich feststellen: Es war wirklich ein Glücksfall, vor allem, was die Homogenität des Ensembles betrifft. Es sind durchweg hervorragende Sänger zu hören, die ein stimmiges Ganzes bilden“.

Dabei waren immerhin vier der wesentlichen Rollen mit Debütanten besetzt, die diese Partien zum ersten Mal überhaupt sangen. Dazu gehörten Herrmann Prey, der die Titelrolle übernommen hatte, außerdem Fritz Wunderlich als Don Ottavio, Franz Crass als Il Commendatore und die gerade 22 Jahre junge Edith Mathis als Zerlina. Aus Berlin war außerdem Elisabeth Grümmer als Donna Anna hinzu gekommen, Hildegard Hillebrecht als Donna Elvira, Georg Stern als Leporello und Hans-Georg Knoblich als Masetto gehörten zum Ensemble des Hauses. Sawallisch selbst stand am Pult des  Gürzenich-Orchesters, das er mit viel Schwung durch die Mozart’schen Klangräume leitete. „'Don Giovanni' als großes Welttheater“ titelte damals die Frankfurter Allgemeine im Anschluss an die Premiere und tatsächlich zeigt der Mitschnitt der Kölner Oper, dass eine famose Intensität und Spannung auf der Bühne geherrscht haben muss. Das lässt auch die stellenweise etwas verhaltene technische Qualität der Aufnahme unwichtig werden, die zuweilen durch die Bühnengeräusche des Live-Ambientes beeinflusst wird. Das ändert allerdings nichts daran, dass dieser „Don Giovanni“ rundum großes Lob verdient. Noch einmal Wolfgang Sawallisch: „Ich freue mich sehr, dass dieser ‘Don Giovanni’ veröffentlicht wird. Der Mitschnitt dokumentiert nicht nur einzigartige Sänger, die damals am Beginn einer Weltkarriere standen, sondern auch eine Ensemble-Qualität, die seither immer seltener geworden ist.“

Wenn Sie mehr über Fritz Wunderlich oder Hermann Prey erfahren möchten, besuchen Sie die Künstlerporträtseiten auf KlassikAkzente.

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