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Rafal Blechacz
Rafal Blechacz

Seine Chopin-Interpretationen machten ihn berühmt, nun widmet Rafał Blechacz dem Komponisten ein weiteres Album

Rafal Blechacz - Chopin
© Christoph Köstlin
13.01.2023

»Es kommt mir so vor, als hätte ich mit diesen Werken einige Abenteuer durchlebt, bevor ich sie aufgenommen habe«, sagt Rafał Blechacz, dessen jüngstes Album eine Hommage an seinen Landsmann Chopin ist. »Ich gehe heute freier um mit dem Tempo rubato, mit dynamischen Kontrasten und emotionalen Extremen, und vielleicht wage ich an manchen Stellen auch mehr. Ich wollte nicht länger warten mit dieser Einspielung.«

Blechacz’ Hingabe an die Kunst von Chopin reicht weit zurück, sie liegt noch vor seinem Sieg beim Internationalen Chopin-Klavierwettbewerb in Warschau 2005 – damals war er bemerkenswerterweise erst der vierte polnische Preisträger in der ehrwürdigen Geschichte des Wettbewerbs. Bestrebt, neue Ausdrucks- und Bedeutungsebenen in der Musik zu entdecken, hat Blechacz die Auseinandersetzung mit Chopins Œuvre in all den Jahren vertieft. Auf Rafał Blechacz – Chopin spielt er nun die Zweite und Dritte Sonate, Musik also, die zu den technisch anspruchsvollsten des Klavierrepertoires zählt. Zu hören sind auch zwei mit Bedacht ausgewählte Begleitstücke: das Nocturne op. 48 Nr. 2 und die Barcarolle op. 60. Das Album erscheint am 3. März 2023 bei Deutsche Grammophon in allen Formaten, auch als Doppel-LP.

Chopin vollendete seine Klaviersonate Nr. 2 in b-Moll 1839 während eines Aufenthalts südlich von Paris in Nohant auf dem idyllischen Landsitz der Schriftstellerin George Sand. Das Werk bringt Virtuosität, Lyrik und Tanzrhythmen in der viersätzigen Sonate zusammen. Der düstere langsame Satz ist der berühmte Trauermarsch von Chopin. Ursprünglich wurde er 1837 als eigenständiges Stück konzipiert und oft kommt er als solches zur Aufführung. Im Rahmen der Sonate erhöhen sich Pathos und Drama jedoch.

Das Repertoire wurde im Herbst 2021 eingespielt. Unweigerlich wurden Anklänge in der Musik durch das aktuelle Geschehen noch berührender. »Ich denke, in den schwierigen heutigen Zeiten übt er eine ganz besondere Wirkung auf uns aus: Erst kam die Pandemie, jetzt tobt der Krieg in der Ukraine. So viele Menschen sind gestorben. Deshalb habe ich diese Sonate mit besonderer Hingabe aufgenommen.«

Die Klaviersonate Nr. 3 in h-Moll, die gekonnt italienischen Lyrismus und kühne expressive Kontraste verknüpft, sticht heraus durch ihre musikalische und technische Komplexität. Die vier Sätze des 1844 vollendeten Werks pendeln von düsterer Vorahnung zu ausgelassener Freude und bringen dabei fast jedes nur denkbare Gefühl zum Klingen. Blechacz’ Lesart ist zugleich verstörend und tröstend, grüblerisch und sorglos. Er sagt: »Aus formaler Sicht sind beide Werke noch recht klassisch geprägt … Aus emotionaler Sicht sind sie jedoch bereits vom Geist der Romantik erfüllt.«

Schon seit Langem stehen die Sonaten auf Blechacz’ Konzertprogramm. Diese Erfahrung lässt ihn in seinem Spiel auf seine Intuition vertrauen. Die eigene Verfasstheit und die Atmosphäre des Moments dürfen in die Musik einfließen, Chopins Stil aber bleibt gewahrt. Sowohl die strukturelle Klarheit als auch die sich wandelnden Stimmungen kommen in seinen Interpretationen der beiden Sonaten zum Tragen.

Auch in der Wahl der begleitenden Stücke spiegelt sich seine Konzerttätigkeit. Gemeinhin leitet er die Zweite Sonate mit dem Nocturne in fis-Moll ein, doch auf diesem Album hat er die Reihenfolge umgekehrt. In beiden Werken findet sich eine harmonische Progression, die jetzt zuerst im Kopfsatz der Sonate zu hören ist.

Die Sonate Nr. 3 koppelt er mit der Barcarolle in Fis-Dur. »Dieses Stück ist erfüllt von der sonnigen Atmosphäre Venedigs«, sagt Blechacz. »Aufgrund seines italienischen Charakters passt es gut zur Sonate Nr. 3.« Die lyrische Note erklärt sich aus Chopins anhaltender Liebe zum Belcanto, die erwachte, als er sich als Student in die schöne junge Sopranistin Konstancja Gładkowska verliebte.

»Ich konnte diese außergewöhnlichen Werke im richtigen Moment meines Lebens aufnehmen, das macht mich sehr zufrieden«, sagt Blechacz. »Ich spiele das Repertoire schon seit so Langem – überall auf der Welt, in den unterschiedlichsten Konzertsälen und auf jedwedem Flügel. Die Schönheit dieser Kompositionen mit meinen Hörern zu teilen, war mir sehr wichtig.«

Rafał Blechacz - Chopin
CHOPIN Rafał Blechacz
3. März 2023

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